DIY Idee: Ein Hoody mal anders nach einem Schnitt von Fadenkäfer

DIY Idee: Ein Hoody mal anders nach einem Schnitt von Fadenkäfer

Es ist spannend, über Stoffe und all das Material, das ihr für das kreativste Hobby der Welt benötigt, zu berichten. Aber noch spannender ist es, all die tollen Projekte, die ihr daraus macht, zu sehen! Deshalb stellen wir in dieser Reihe Projekte von Nähfeen vor, die uns besonders gut gefallen und lassen sie zu ihren Projekten zu Wort kommen.

Diesmal möchten wir euch einen ganz besonderen Hoodie vorstellen, den Julia aus Nagold für uns genäht hat. Denn mit seinem taillierten Schnitt und dem überlappenden Vorderteil ist er lässig und weiblich zugleich! Schlichte Farben für die großen Flächen bilden eine solide Basis für verspielte Details.

Welches Schnittmuster hast Du genäht?

Ich habe das Schnittmuster “Lana – Hoody mal anders” von Fadenkäfer genäht.

Was war dein erster Gedanke, als du Lana entdeckt hast?

“Der Pullover hat Winterpotenzial” und “Ich brauch unbedingt so einen Hoody”.

Welches Material hast du dir ausgesucht und wie viel davon hast du benötigt?

Ich habe mir einen hellbeigen French Terry aus eurem Sortiment ausgesucht und noch einen in braun für die Kapuzebelege. Bei Konfektionsgröße 36 lag der Stoffverbrauch bei 1,95 m und beim Bündchen bei 0,35 m. Hierfür habe ich eine glatte Bündchenware in Camel gewählt. Außerdem kamen noch 25 mm breites Satinband in der Farbe sand hinzu sowie Ösen aus Metall und Kordeln für die Kapuze.

Dein Hoodie wird von einem hübschen Anker-Print verziert. Wie hast du ihn auf dem Stoff angebracht und woher stammt er?

Der Anker Print ist ein Bügelbild, das ich letztes Jahr bei Wish auf Vorrat bestellt habe. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Idee, wo ich es anbringen könnte. Für den Lana-Pullover fand ich den Print dann perfekt.

Julia zeigt ihren Hoody mit Ankerprint von vorne.
Der Ankerprint ist ein Bügelbild.

Seitlich wird Julias Hoody von einer Schleife aus Satinband verziert.
Das Satinband veredelt den Look.

Womit hast du die Ösen von innen verstärkt?

Unter die Ösen lege ich immer noch einen farbigen Baumwollstoff, damit diese nicht beim Waschen ausreißen, oder wenn ich an den Kordeln ziehe.

Zwischen Außenstoff und Öse wird zur Verstärkung ein Stück Baumwollstoff gelegt.
Die angebrachten Ösen
Eine erste Vorschau an der Schneiderpuppe bevor die letzten Nähte gemacht werden.

Hast Du den Stoff vorher gewaschen? Wenn ja, ist er eingegangen?

Ja, ich wasche meine Stoffe grundsätzlich vorher, damit es später keine unangenehmen Überraschungen gibt. Dieser Stoff ist aber nicht eingegangen. Ich hätte ihn auch direkt verarbeiten können.

Wie lange hast Du gebraucht?

Mit dem Übertragen der Schnitteile vom Schnittmuster, Stoff zuschneiden und nähen habe ich sechs Stunden benötigt, je zwei über drei Tage verteilt.

War das Nähen schwer oder ging es leicht?

Der Pullover war recht einfach zu nähen. Allerdings hätte ich fast die beiden überlappenden Vorderteile falsch zusammengenäht. Aber nachdem ich alles sorgfältig kontrolliert habe, konnte ich den Fehler schnell finden. Der Schnitt ist durchaus für Anfänger geeignet.

Hast du einen Tipp zur Anbringung des Satinbandes? Das sieht nach einer rutschigen Angelegenheit aus.

Das war wirklich nicht ohne, da das Satinband schnell unschöne Wellen werfen kann. Ich habe es mit unzähligen Stecknadeln fixiert, damit es nicht verrutscht. Anschließend habe ich es noch glattgebügelt. Evtl. hilft es auch ein Bügelvlies anzubringen.

Das Satinband wird mit unzähligen Stecknadeln fixiert.
Beim Satinband nicht mit den Nadeln geizen, dann verrutscht auch nichts.

Was waren bei dem Schnitt die besonderen Herausforderungen?

Das Satinband an den Ärmeln anbringen. Das sieht der Schnitt zwar nicht vor, aber ohne dieses Detail ist er wirklich nicht schwer umzusetzen.

Wie gefällt dir das Schnittmuster „Lana“? Ist es leicht verständlich aufbereitet und auch alle darin vorgestellten Varianten entsprechend mit einer Anleitung versehen?

Das Schnittmuster ist schön übersichtlich auf dem Schnittbogen angeordnet und für alle Modelle gibt es eine ausführliche Beschreibung. Ich bin sehr zufrieden damit.

So sieht das Schnittmuster "Lana - Hoody mal anders" aus.
Das ist sie, die “Lana” auf Papier.
Die Armbündchen werden angenäht.
Die Ärmelbündchen hat Julia mit der Overlock angenäht.

Papierschnittmuster oder Ebook, was bevorzugst du?

Ich persönlich finde das Papierschnittmuster immer noch etwas besser, da ich, anders als beim ebook nicht erst alles ausdrucken und zusammenkleben muss. Und ausgerechnet dann, wenn ich was drucken möchte, funktioniert mein Drucker nicht oder die Patrone ist leer. Das entfällt beim Papierschnittmuster komplett. In der Praxis greife ich letztendlich doch häufiger zu einem ebook. Es sind viel mehr Schnitte als ebook verfügbar und es ist für jeden was dabei. Es ist wirklich schade, dass es von den gängigen Schnittmustern meist kein zusätzliches Papierschnittmuster gibt. Ein weiterer Vorteil von ebooks ist, dass sie meist viel besser bebildert sind. Da erhält man rund 60 Seiten Anleitung, Schritt für Schritt genau erklärt. Für Anfänger ist das optimal. Aber auch bei schweren Schnitten und Details ist es ungemein hilfreich.

Lana enthält bereits 1 cm Nahtzugabe. Praktisch oder hinderlich?

Ich bevorzuge definitiv Schnittmuster mit integrierter Nahtzugabe. Beim Zuschneiden komme ich mit meiner Schere meist nicht genau am Rand des Schnittes entlang. Da hängt immer etwas über. Liegt vermutlich an meiner dicken Schere.

Hast Du einen besonderen Tipp, der unseren LeserInnen das Nähen erleichtert?

Habe ich: Markiert bei den beiden überlappenden Vorderteilen unbedingt, wo der obere Rand ist und welches der seitliche. Ich habe das versäumt und wusste nicht mehr, wie rum es angenäht werden soll.

Du hast eine Schneiderpuppe. Ist sie zu einem „Must-have“ für dich geworden?

Ich empfinde die Puppe als hilfreich. Gerade wenn die einzelnen Teile noch nicht oder nur teilweise vernäht sind, kann man an ihr alles zusammenstecken und erhält schon mal eine Vorschau des ganzen. Für mich also ein Must-have.

Bleibt Lana für dich ein Einzelstück oder hat sie Potenzial zu einem Evergreen?

Bei all den verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten bleibt sie sicher kein Einzelstück. Mal sportlich, mal elegant – ich denke, da werden noch einige Lanas folgen.

Unser Fazit:

Durch den Ankerprint und die Satinbänder an Ärmeln sowie unter der Brust ist Julia eine sportlich-elegante Variante gelungen. Wir hoffen, dass Julia ihn fleißig ausführt, wenngleich es sich, weil aus bequemen French Terry genäht, darin prima auf dem Sofa abhängen lässt. Wenn Du mehr über Julia und ihre Nähprojekte erfahren willst, dann schau doch mal auf ihrem Instagram-Account nach.

Und wie sieht deine Lana aus?

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Julia.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.