DIY Idee: Künstler-Set. Tasche, Pinselrolle und Mäppchen

Künstlerset - RaabArt

Nähfee Katharina hat mal wieder bei uns im Laden für Aufregung gesorgt. Ihr Einkauf an Dekostoffen wurde für ein ganz spannendes und im Nähalltag in Teilen doch recht ungewöhnliches Nähprojekt verwendet. Oder sollte ich besser sagen: für drei Nähprojekte? Zum einen ist daraus nämlich eine richtig tolle Tasche entstanden. Darüber hinaus aber noch zwei Accessoires, die wir nicht so regelmäßig sehen: eine Pinselrolle und ein Stiftemäppchen. Zusammen sieht das aus wie die perfekte Ausstattung für sommerlich motivierte Künstler. Zeit, ihr mal wieder ein paar Fragen zu stellen und das Projekt ausführlich vorzustellen.

Katharina Raab ist eine Künstlerin. Ob an der Nähmaschine oder am Malpinsel. Ihre Kreationen haben uns im Stoffpalast schon immer begeistert und jedes Mal, wenn sie auf Shopping-Tour geht, können wir sicher sein, dass Sie wieder etwas Außergewöhnliches zaubern wird. Unter dem Label RaabArt bzw. RaabArtDesign veröffentlicht sie ihre Werke. In ihrem Blog und bei Instagram berichtet sie darüber. Ein Blick lohnt sich!

Katharina, wofür wirst Du die Sachen nutzen?

Ausstattung für einen sommerlich motivierten Künstler? Genau dafür habe ich dieses Set genäht! Eine Tasche für alle Malsachen, die man gerne bei sich hat und gerne  mit auf die Reise oder den Ausflug  nimmt. Die Pinsel für die verschiedenen Techniken müssen natürlich gut geschützt  transportiert werden. Damit die hochwertigen Feinpinsel z.B. nicht in der Tasche geknickt werden, rollt man sie in eine Pinselrolle ein. Für die „Unterwegs-Notizen“ eines jeden Künstlers bedarf es verschiedene Stifte: ein bis zwei Lieblingsstifte, Fineliner, Bleistifte, Radierer und einen Spitzer. Die sind in einem Stiftemäppchen gut untergebracht.  Dieses Set habe ich extra für eine  liebe Kundin und Malkollegin genäht. Allerdings nutze ich selbst so ein Set auch.

Wir fangen mal beim Prunkstück dieser kleinen Kollektion an: der Tasche.  Du hast dafür zwei verschiedene, schön kontrastierende Stoffe verwendet. Kam die Idee dazu beim Anschauen der Stoffe oder hattest Du den Schnitt im Sinn und danach die Stoffe ausgesucht?

Danke für das tolle Kompliment. Zuerst war der Schnitt, dann der Stoff. Die Idee des Stoffes hatte ich, als ich auf eurer Homepage Stoffpalast war. Dort sah ich den Baumwollstoff „Taj Mahal“, den ich mir für meine Tasche sehr gut vorstellen konnte.  Da ich kürzlich einen Elefanten malte, wollte ich die Tasche zunächst mit diesem Stoff nähen. Aber dann kam es doch ganz anders! Da ich nicht weit von eurem Stoffladen wohne,  wollte ich ihn mir persönlich ansehen. Stoffe streicheln ist für uns Näherinnen ja was unglaublich Tolles! Als ich dann im Laden vor den Dekostoffregalen stand, habe ich mich spontan in den “Flower Mandala” verliebt. Dann habe ich ganz gezielt nach einem Kontraststoff gesucht, da ich ja meinen Taschenschnitt vor Augen hatte. Ich wurde ziemlich schnell fündig. Ich finde, diese beiden Stoffe sind wie füreinander geschaffen!

  • Baumwolldeko Digitaldruck Taj Mahal | türkis/pink

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  • Baumwoll Mix Dekostoff Blüten | creme/rosa

    9,95  /m
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Klar, man kann Stoffe nebeneinander legen und auch Farben im verschiedenen Licht prüfen, aber trotzdem gehört immer ein gutes Auge dazu, wenn man unterschiedliches Material kombiniert. Wie gehst Du dabei vor, wenn Du dir Stoff aussuchst, der zusammen harmonieren soll? Hast Du da Regeln oder ist das ein Gefühl? Kannst Du anderen Nähfeen einen Tipp geben?

Ich lege die Stoffe nebeneinander, vergleiche den Hauptstoff, den ich mir auf jeden Fall herausgesucht habe, mit anderen möglichen Stoffen. Ich suche dann nach Gemeinsamkeiten der Stoffe, also ob es gemeinsame Farben gibt oder ob die Farben und Farbnuancen einer gemeinsamen Farbfamilie angehören. Wenn es möglich ist, schaue ich mir die Stoffe bei Tageslicht an (das geht ja im Stoffpalast prima). Das Licht ist schon ein wichtiger Faktor.

Auch schaue ich, ob die Stoffe von der Stoffqualität zusammenpassen, z.B. würde ich keinen Jersey mit Kork zu einer Tasche kombinieren! Im Prinzip kombiniere ich gerne gleiche Stoffe eines Herstellers, mache aber auch gerne einen Mix aus Stoffen, die sich miteinander „vertragen“. Baumwolle, Canvas, Cord, Kunstleder, Leder, Kork, usw. Es kommt aber immer auf das Nähprojekt an, welche Stoffe ich dafür nehme.

Natürlich ist das Gefühl bei mir ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Stoffauswahl. Mein Gefühl hat mich ja zum Beispiel zu diesen beiden Stoffen für das Taschenset geführt!

Sind das Mäppchen und die Pinselrolle aus den Stoffresten der Tasche entstanden oder  waren die von Anfang an eingeplant?

Diese Idee kam spontan als die Tasche fertig war und ich auf einmal die Idee hatte, aus den Stoffresten noch etwas Passendes zu nähen. Ich fragte die Kundin, ob sie noch ein Mäppchen wolle, worauf sie ganz begeistert  zusagte. Im Laufe unseres Gesprächs kam noch eine Pinselrolle dazu. Erst eine Kleine und dann noch eine Größere.

Klar, jeder weiß, was ein Pinsel ist, aber als Nicht-Maler habe ich zum Beispiel keine Pinselrolle im Besitz. Wozu verwendest Du sie und was muss man dabei beachten? An Pinsel sind ja oft noch Farbreste. Ist deshalb so ein stark gemusterter Stoff ideal? Oder hast Du ihn dir ausgesucht, weil er gut waschbar ist?

Eine Pinselrolle dient ja nur zur Aufbewahrung der Pinsel. Nach dem Malen werden die Pinsel immer gründlich gesäubert, mit einem Tuch abgetrocknet und  erst dann kommen sie in die Pinselrolle. Die Einrollung  der Pinsel verhindert sozusagen ein Knicken der Pinselköpfe, was bei empfindlichen Aquarellpinseln ganz leicht geschehen kann. Natürlich nehme ich gerne Naturmaterialien: Baumwollstoffe oder Stoffe mit hohem Anteil an Baumwolle. So können die noch feuchten Pinsel schön nachtrocknen. Im Grunde spielt das Muster des Stoffes also keine Rolle, da es ja nicht beschmutzt wird.

Beide Stoffe, die du ausgesucht hast, sind ein Baumwoll-Mix mit 20% Polyester-Anteil. Das macht gerade Dekostoffe stabiler und auch Schmutzresistenter, als reine Baumwolle. Wie ließ sich das Material verarbeiten? Wie ist die Haptik der genähten Gegenstände? 

Ganz wunderbar. Die Stoffe fühlen sich griffig  und hochwertig an. Sie ließen sich sehr gut schneiden und vernähen. Nur sollte man sie nicht zu heiß bügeln, das mögen diese Stoffe nicht. Am Anfang habe ich für die Außenstoffe mit einer 80er Universalnadel und später mit einer 100er Nadel genäht, da ich diese Stoffe für einen starken Halt noch mit Thermolam gefüttert habe. Da werden die Stofflagen schon ein bisschen dicker und ein Wechsel der Nähnadel  ist da sehr wichtig!

Auf Bildern ja immer etwas schwerer zu erkennen: das Garn. Ich vermute ja, dass du auch da sehr auf Details achtest. Welches Garn verwendest Du und welche Farben hast Du für das Projekt ausgesucht?

Ich habe mir einen Farbton genommen, der zu beiden Stoffen farblich passt, der das Thema des Stoffes unterstreicht, ohne sich aufzudrängen. Vor einiger Zeit habe ich ein tolles Multigarn von Smartthread entdeckt, mit dem ich nunmehr fast alles nähe und sticke.

Du bist ja nun eine echte Profi-Näherin, aber ich glaube, die Sachen inspirieren zum Nachnähen. Wie schwer war denn die Tasche so hinzubekommen? Gibt es dafür eine Schnittvorlage?

Dieses Taschenschnittmuster ist eine Eigenkreation, die es (noch) nicht im Handel gibt. Dieser Schnitt ist eher etwas für Nähgeübte. Dafür ist das Pinselmäppchen und die Pinselrolle auch prima für Nähanfänger geeignet. Verschiedene Anleitungen dazu gibt es im Internet. Ich zeichne mir oft einen Schnitt selbst, orientiere mich an den Reststoffen, die ich noch zur Verfügung habe.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von RaabArt.

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