DIY-Idee: Eine Kindermatschhose aus Oilskin

Matschhose aus Oilskin

Gefühlt ist der “echte Winter” vorbei und meine Gedanken kreisen bereits um Nähprojekte in leichter Stoffqualität und sanften Farben. Ja und dann wächst das Kind einfach aus seiner Wintermontur heraus, obwohl die Saison noch lange nicht zu Ende ist … Also geht es doch noch mal um Funktionales, das der Kälte und Feuchtigkeit trotzen kann. Was muss, das muss und so nutze ich die Gelegenheit, um ein neues Trendmaterial zu erproben und meine Erfahrungen damit zu teilen: Oilskin. Die sieht nämlich nicht nur sehr hip aus, sie ist auch noch was für Schnellnäher. Das Ergebnis ist eine mit Fleece gefütterte Matschhose nach dem Schnittmuster „Pfützenkönig“ von Lotte & Ludwig.

Was ist Oilskin?

Oilskin besteht aus gewebter Baumwolle sowie einer Wachsbeschichtung, die den Stoff schmutz-, wind-, und wasserabweisend macht, nicht jedoch wasserdicht. Das Material ist griffig, hat eine glatte, zunächst leicht steife sowie ölige Oberfläche, welche mit der Zeit aber weicher und trockener wird. Die Wachsschicht überträgt sich dabei nicht auf andere Stoffe. Da Oilskin kühlend auf der Haut wirkt, empfiehlt sich ein Futter, welches den Tragekomfort deutlich erhöht. Durch Knicken erhält Oilskin seinen charakteristischen Used-Look, den du wahlweise aber auch mit Hilfe eines Föns wieder glätten kannst.

Diese Stoffe habe ich verwendet:

Wie lässt sich Oilskin verarbeiten?

Sehr einfach! Bei einer Stichlänge von 3 mm und einer 80er Mikrotexnadel ratterte meine Maschine ohne weitere Anpassungen schnell und flüssig über den Stoff. Nähe dennoch mit Bedacht, weil Einstichlöcher sichtbar bleiben. Etwas Vorsicht ist bei den Nähpausen geboten: durch sein Eigengewicht verrutscht Oilskin unter dem Nähfüßchen und die Nahtlinie kann schon mal einen Knick machen. Ich empfehle, die Nadel im Stoff zu lassen. In Kombination mit Fleece passiert das nicht und die beiden Stoffqualitäten harmonieren wunderbar miteinander.
Durch die Wachsbeschichtung fransen die Kanten der Oilskin deutlich weniger aus, als bei unbeschichteter Webware. Trotz innenliegender Nähte wollte ich auf das Versäubern der Schnittkanten bei meiner Matschhose nicht verzichten, damit der Stoff an sehr beanspruchten Stellen nicht doch noch einreißt.

Der Pfützenkönig: ein durchdachtes Schnittmuster

Der Pfützenkönig ist eine Matschhose, die wahlweise mit einem einfachen Gummibund oder als Latzhose genäht werden kann. Überzeugt haben mich die praktischen Details, wie seitlich eingearbeitete Gummibänder, Verstärkungen an den Knien sowie am Po und ein raffinierter Kniff: für das Beinfutter wird im unteren Teil ebenfalls das Obermaterial verwendet. So kann es sich nicht direkt mit Wasser vollsaugen. Wahlweise kann noch ein Fußkeil erstellt werden, der das An- und Ausziehen erleichtert. Laut Anleitung erhöht sich dadurch der Schwierigkeitsgrad beim Nähen direkt um bis 1-2 Stufen, was sich vermutlich vor allem im Zeitaufwand niederschlägt. Die habe ich jedenfalls nicht umgesetzt.

Ein paar Kleinigkeiten habe ich noch abgewandelt:

  • Der vordere Latz verläuft zur Mitte hin flacher
  • die Träger sind aus dunkelblauer Oilskin statt reinem Gummiband. Lediglich ein Viertel davon ist mit einem innenliegenden Gummi vernäht, damit wir etwas Spiel haben.
  • Statt der empfohlenen Latzhosenverschlüsse habe ich Vierkantringe aus Messing gewählt sowie farblich passende Druckknöpfe, die den derben Look der Oilskin unterstreichen.

Fazit

Oilskin ist ein anfängerfreundlicher Stoff, der im Handumdrehen vernäht ist. Er lässt sich ebenso unkompliziert mit Fleece verarbeiten und ist damit ein robuster sowie wärmender Outdoorbegleiter. Die optisch knittrige Oberfläche sorgt für einen angesagten Used-Look, der sich vom gängigen Gummihandschuh-Allerlei abhebt. Unseren Bedürfnissen wird der Stoff jedenfalls mehr als gerecht und ich hoffe, dass der nächste Wachstumsschub noch ein Weilchen auf sich warten lässt – zumindest bis es zu warm für das neue Lieblingsteil wird.

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