Geldbeutel selber nähen – Anleitung für Anfänger

Geldbeutel selber nähen – Anleitung für Anfänger

Du möchtest deinen eigenen Geldbeutel nähen und bist dir noch nicht ganz sicher, wie du am besten anfängst? Dann nimm dir einen Kaffee, mach’s dir gemütlich und lies weiter – ich, Nathalie alias die Nähfee, zeige dir Schritt für Schritt, wie du dir mit einfachen Mitteln ein hübsches und praktisches Portemonnaie selbst nähen kannst. Gerade als Anfängerin war ich oft unsicher, ob ich so ein kleines Alltagsprojekt wie einen Geldbeutel eigenständig hinbekomme – aber glaub mir, es ist einfacher als man denkt!

Warum du unbedingt mal einen Geldbeutel nähen solltest

Als ich vor ein paar Jahren mit dem Nähen anfing, war mein erstes “echtes” Projekt ein Geldbeutel. Ich hatte genug davon, dass mir immer das Kleingeld in den Tiefen meiner Tasche verschwand. Außerdem fand ich die gekauften Modelle irgendwie alle langweilig oder zu teuer. Also dachte ich mir: Warum nicht einfach selber machen?

Ein selbst genähter Geldbeutel ist nicht nur ein tolles Einsteigerprojekt, sondern auch super praktisch und individuell. Du bestimmst Größe, Stoff und Aufteilung selbst – und kannst ihn sogar an deine Handtasche oder dein Outfit anpassen!

Materialien, die du fürs Geldbeutel nähen brauchst

Bevor es losgeht, schnapp dir erst mal die nötigen Materialien. Für ein einfaches Modell mit Fach für Karten, Scheine und Kleingeld benötigst du:

  • Baumwollstoff (am besten zwei verschiedene Muster: einer außen, einer innen)
  • Vlieseline H250 oder S320 für Stabilität
  • Reißverschluss (ca. 12 cm)
  • Kam Snaps oder Druckknopf
  • Nähgarn in passender Farbe
  • Schneidwerkzeug: Rollschneider oder Schere
  • Lineal oder Patchworklineal
  • Stecknadeln oder Wonderclips
  • Nähmaschine

Tipp von mir: Ich liebe es, für Geldbeutel Stoffreste zu verwenden. Da kann man sich richtig kreativ austoben und es ist noch dazu nachhaltig.

Schnittteile zuschneiden

Für dieses Modell brauchst du folgende Zuschnitte:

  • 2x Außenstoff: 16 cm x 10 cm
  • 2x Innenstoff: 16 cm x 10 cm
  • 2x Vlieseline: 16 cm x 10 cm
  • 1x Reißverschlussfach-Innenstoff: 16 cm x 12 cm
  • 1x Reißverschlussteil aus Außenstoff: 16 cm x 5 cm
  • 1x Lasche für Druckknopf: 6 cm x 4 cm

Tipp: Wenn du möchtest, dass der Geldbeutel besonders stabil ist, kannst du den Außenstoff doppelt mit Vlieseline verstärken.

Geldbeutel nähen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Vlieseline aufbügeln

Beginne damit, die Vlieseline auf die linke Seite des Außen- und Innenstoffs zu bügeln. Achte darauf, dass du die korrekte Temperatur verwendest – zu heiß kann die Vlieseline schrumpfen oder der Stoff wellig werden.

2. Reißverschluss einnähen

Das hört sich schlimmer an, als es ist – wirklich! Ich erinnere mich noch an meinen ersten Reißverschluss… Ich hatte ganz zittrige Hände. Aber mit ein bisschen Geduld geht das ganz leicht:

  • Falte das Reißverschlussfach in der Mitte, sodass es 16 x 6 cm misst.
  • Lege den gefalteten Stoff rechts auf rechts auf den Reißverschluss und steppe die Kante fest (Reißverschlussfüßchen verwenden!).
  • Wiederhole das Ganze mit der anderen Seite des Reißverschlusses.
  • Klappe die Stoffe vom Reißverschluss weg und steppe knappkantig ab.

3. Außenteil vorbereiten

Lege jetzt dein Reißverschlussfach mittig auf eines der Außenstoffteile. Fixiere alles gut und nähe es knappkantig auf.

Hier kannst du richtig kreativ werden – vielleicht mit einem Zierstich? Ich liebe es, hier mit Kontrastgarn Akzente zu setzen.

4. Innenfach nähen und Lasche vorbereiten

  • Die kleine Lasche für den Druckknopf wird links auf links gefaltet und an den Seiten knappkantig abgesteppt.
  • Nähe sie auf die obere Mitte einer der Innenteile.
  • Willst du Kartenfächer? Dann kannst du dir ein weiteres Stück Stoff nehmen, es in mehrere Lagen falten und entsprechend absteppen – hier kannst du das Design ganz an deine Bedürfnisse anpassen.

5. Alles zusammensetzen

Jetzt wird’s spannend:

  • Lege die beiden Außenstoffe rechts auf rechts, ebenso die beiden Innenteile.
  • Wichtig: Der Reißverschluss muss offen sein!
  • Nähe einmal rundherum (Lass dabei an der Unterkante der Innenteile eine Wendeöffnung von ca. 5 cm).
  • Schneide die Ecken vorsichtig zurück, so wird später alles schön eckig.
  • Wende jetzt den Geldbeutel durch die Öffnung – das fühlt sich jedes Mal an wie ein kleines Wunder!
  • Forme die Ecken gut aus und schließe die Wendeöffnung knappkantig mit der Maschine oder per Handstich.

6. Druckknopf anbringen

Fast fertig! Jetzt bringst du noch den Kam Snap oder den Druckknopf an der Lasche und auf dem Unterteil an. Unbedingt vorher sorgfältig abmessen – nichts ist ärgerlicher als ein schiefer Verschluss!

Mein persönlicher Tipp für dein erstes Geldbeutel-Projekt

Nimm dir Zeit. Ich weiß, man möchte nach den ersten Nähten am liebsten sofort fertig sein, aber es lohnt sich, alles in Ruhe zu machen. Achte auch auf schöne Stoffkombis – ich hab mal einen Geldbeutel aus einem alten Rock genäht, den ich nicht mehr getragen habe. Die Erinnerungen daran begleiten mich bis heute, jedes Mal, wenn ich ihn öffne.

Und? Bereit, deinen eigenen Geldbeutel zu nähen?

Ich hoffe, du fühlst dich jetzt motiviert und traust dich an dein erstes (oder nächstes) Geldbeutel-Nähprojekt! Wenn du Fragen hast oder deine Ergebnisse zeigen möchtest, schreib mir gerne – ich liebe es zu sehen, was ihr da draußen zaubert.

Bleib kreativ und näh dich glücklich.

Herzlichst,
Deine Nähfee Nathalie

2 Kommentare zu „Geldbeutel selber nähen – Anleitung für Anfänger“

  1. Hallo, ich wollte mir mal so einen Geldbeutel nähen. Aber beim Reißverschlusspart musste ich passen. Ich hab schon mehrfach aufgetrennt, weiß aber immer noch nicht, welche Teile ich wie zusammennähen muss.
    Welche “Kante” ist gemeint, die ich zuerst steppen soll, die umgeschlagene doppelte oder eine einzelne? Und welchen Stoff dann für die “andere Seite”, vielleicht das schmale Reißverschlussteil?
    Es wäre toll, wenn ich Hilfe bekommen könnte. :-)
    LG Angelika

    1. Hallo Angelika,

      vielen Dank für deine Nachricht – wie schön, dass du den Geldbeutel nähst! Und keine Sorge, der Reißverschlusspart ist für viele am Anfang ein kleiner Stolperstein – du bist also nicht allein. Ich helfe dir gerne weiter:

      Wenn in der Anleitung steht, dass du die „Kante steppen“ sollst, ist damit die offene Kante des gefalteten Reißverschlussfachs gemeint – also nicht die geschlossene (Bruchkante), sondern die doppelte, umgeschlagene Seite. Du legst diesen gefalteten Stoff also mit der offenen Kante an den Reißverschluss.

      So geht’s Schritt für Schritt:

      Falte den Reißverschlussfach-Innenstoff (16 x 12 cm) einmal links auf links, sodass ein Stück von 16 x 6 cm entsteht – die Bruchkante zeigt nach unten, die offene Kante nach oben.

      Lege die offene Kante dieses gefalteten Teils rechts auf rechts auf den Reißverschluss (d. h. schöne Stoffseite zeigt zum Reißverschluss) und steppe entlang dieser offenen Kante – am besten mit einem Reißverschlussfüßchen.

      Für die „andere Seite“ kannst du entweder noch ein zweites Reißverschlussfach-Stück verwenden oder – wie du vermutest – das schmale Reißverschlussteil aus Außenstoff (16 x 5 cm). Auch hier gilt: Stoff rechts auf rechts auf die andere Reißverschlussseite legen und feststeppen.

      Danach klappst du beide Stoffe vom Reißverschluss weg und steppst sie knappkantig ab – das gibt Stabilität und sieht sauber aus.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter! Wenn du möchtest, schicke gerne ein Bild von deinem Zwischenstand – ich schaue es mir gerne an und helfe bei weiteren Fragen.

      Liebe Grüße und viel Freude beim Nähen
      Stofffpalast

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert