Julias Needle – Interview mit einer Nähbegeisterten

Interview Nähfee Julia

Julia Stübel alias Julia Gold ist nähbegeistert. Das merkt man sofort, wenn man ihr Instagram-Profil anschaut oder sie einmal auf Facebook besucht. Die Mutter zweier Söhne ist wie so viele durch ihre Kinder zum Nähen gekommen. Ein Ritterstoff hat das Nähfeuer in ihr entfacht. Kürzlich hat sie für uns einen Hoody Lana von Fadenkäfer für uns genäht und damit genau ins Schwarze getroffen. Zeit also, dass wir Julia hier einmal genauer vorstellen.

Was war denn dein erstes Projekt?

Mein erstes Projekt hatte ich 2013 mit der ersten Mütze für meinen damals dreijährigen Sohn. Ich hatte diesen ganz tollen Ritterstoff gesehen und habe gedacht, jetzt musst du Nähen lernen. Die Vielfalt an Stoffen für kleine Kinder ist einfach überwältigend und ich war immer total neidisch auf die tollen Sachen, die ich im Internet gesehen habe. Ich hatte schon seit längeren eine billige Nähmaschine da stehen, aber die war irgendwie kaputt und hat mir die Lust am Lernen verdorben. 2013 hab ich mir dann eine neue gekauft, um es nochmal zu wagen und es war ein voller Erfolg. Kurz darauf ist der passenden Pullover zur Mütze entstanden.

Wenig später ist die große Decke für ein Sternenkind entstanden, das Schicksal der Mama die Ihren 3 Monate alten Sohn an eine Krankheit verloren hat, ist mir sehr nah gegangen. Ich habe Ihr damals diese Decke genäht, damit sie mehr oder weniger mit Ihrem Baby noch kuscheln kann. Die Decke war eine wirklich schwierige Sache, ich habe sehr lange daran genäht. Aber die Mama war sehr glücklich darüber und hat sie damals auch mit auf Kur genommen, wo sie den Verlust Ihres kleinen Sohnes verarbeiten musste.

Wer hat dir das Nähen beigebracht und mit welcher Maschine hast du begonnen?

Meine Mama war früher Meisterin für Puppenkleidung, sie konnte immer schon richtig gut nähen. Ich hatte aber immer kein Interesse, weil es mir damals einfach keinen Spaß gemacht hat. 2013 hab ich mir dann ganz alleine das Nähen beigebracht, anhand von Videos aus dem Internet. Natürlich konnte ich mir in der Zeit des Lernens auch immer Tipps von meiner Mama holen. Das hat mir sehr geholfen.

Meine erste Maschine war irgend ein Billigfabrikat aus China. Eine wahre Katastrophe, die einem wirklich jegliche Lust am Nähen geraubt hat. Als dann die Singermaschine (eine ganz einfache) bei mir einzog, wurde alles besser.

Hast du mittlerweile eine andere Nähmaschine?

Ich hab ca. 1 Jahr auf der Maschine genäht, dann durfte eine Brother Maschine mit Stickfunktion einziehen und natürlich die heißgeliebte Overlockmaschine.

Hast du anfangs, oder auch zwischendurch einen Nähkurs besucht?

Zu Beginn hab ich mal eine Zeitlang bei der Volkshochschule einen Nähkurs besucht, wobei es mir damals mehr um die Unterhaltung ging, da ich ja in Elternzeit war. Ich konnte aber einige Tipps mitnehmen, die mir weitergeholfen haben.

Nähen deine Freunde?

Nein nicht wirklich, ein paar haben es mal probiert, sind aber langfristig nicht dabei geblieben. Deshalb bin ich eigentlich die Einzige, die das ganze durchgezogen hat. Zwischenzeitlich hatte ich mal ein Kleingewerbe (Nähklischees) mit einer Bekannten, aber das habe ich aus zeitlichen Gründen aufgegeben, als ich wieder mit Arbeiten angefangen habe.

Hast du ein Lieblingsschnittmuster, das du immer wieder nähst?

Nein ich nähe eigentlich am allerliebsten frei. Dann nehme ich z.B. ein gekauftes Kleid oder Shirt als Vorlage und kreiere mir daraus etwas Neues. Damit bin ich die letzten Jahre ganz gut durchgekommen.

Welchen Stoff findest du besonders schwierig zu verarbeiten?

Plüsch. Ich habe mal ein Kuscheltier genäht und der Plüsch hat mich echt an meine Grenze gebracht. Das Gefussel und die Unübersichtlichkeit beim Nähen ist wirklich unglaublich anstrengend. Wobei Fleece auch nicht gerade mein Lieblingsstoff ist. Da leidet die Maschine auch ganz schön bei den ganzen Fusseln.

Wo holst du dir Hilfe, wenn du mal nicht weiterkommst?

Als erstes aus dem Internet. Meine Devise lautet: “Frag Google”, denn dort gibt es wirklich zu jedem Problem eine Lösung und meist sogar ein passendes Video, wie es richtig gemacht wird. Ich denke ohne das Internet wäre ich heute nicht so weit beim Nähen. Aber praktische Tipps hole ich mir natürlich auch immer noch gern von meiner Mama.

Nach Kork und UV-Stoff soll Hologramm-Folie das nächste Trendmaterial in der Näh-Szene sein. Was würdest du spontan damit anfangen?

Natürlich eine Tasche oder einen Rucksack wie meinen letzten nähen. Hört sich doch total cool an, einen Rucksack aus Kork und Hologramm-Folie zu haben. Müsste man mal ausprobieren. Ich bin immer experimentierfreudig wenn es um Neuigkeiten geht.

Welches besonders spannende Projekt ist dir in Erinnerung geblieben?

Ein besonders spannendes Projekt habe ich übrigens noch im letzten Jahr gehabt, nämlich meine erstes richtiges Projekt für einen Mann. Es war eine wirklich tolle Erfahrung mal was für einen Mann, vor allem außerhalb der Familie, zu nähen. Und die Jacke “sein Nanuk” ist wirklich richtig gut angekommen. Vor allem war ich gespannt wie die Farbauswahl ankommen würde. Sie ist definitiv richtig gut angekommen. Darüber hab ich mich total gefreut und über das viele Lob, das ich dafür erhalten habe.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Julia Stübel.

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