
Du möchtest deine eigene Kosmetiktasche nähen, weil du es leid bist, immer die gleichen Taschen von der Stange zu sehen? Wunderbar – genau darum geht es heute! Ich zeige dir in diesem Beitrag Schritt für Schritt, wie du ganz einfach eine hübsche, individuelle Kosmetiktasche nähen kannst. Und glaub mir: Es macht nicht nur Spaß, sondern fühlt sich auch so gut an, später deine Schminkutensilien oder Reiseschätze darin zu verstauen. Ich nähe diese Täschchen regelmäßig, nutze sie nicht nur für Kosmetik, sondern auch für Stifte und Krimskrams – und sie sind auch ein tolles Geschenk!
Ich kann mich noch gut an meine erste selbstgenähte Kosmetiktasche erinnern. Ich war total aufgeregt, hatte aber ehrlich gesagt ein bisschen Bammel vor dem Reißverschluss. Heute kann ich darüber lachen – mit ein bisschen Übung und Geduld ist das wirklich kein Hexenwerk. Und ich zeige dir heute eine Variante, die du auch als Anfängerin prima umsetzen kannst.
Was du brauchst
Bevor wir loslegen, hier die Materialien, die du für deine selbstgenähte Kosmetiktasche brauchst:
- 2 Stoffstücke (je 25 x 18 cm) für die Außenseite
- 2 Stoffstücke (je 25 x 18 cm) für das Futter
- 1 Reißverschluss, ca. 25 cm lang (am besten nicht teilbar)
- Vlieseline H630 oder anderes Volumenvlies (optional für etwas mehr Stand)
- Stecknadeln oder Wonder Clips
- Nähgarn in passender Farbe
- Nähmaschine (mit Reißverschlussfuß ist ideal)
- Schere oder Rollschneider
- Maßband oder Lineal
- Bügeleisen
Tipp: Ich liebe es, Baumwollstoffe mit hübschen Prints zu verwenden. Für die Außenseite gerne etwas kräftiger, fürs Innenfutter darf es ruhig ein schlichtes Muster sein – so findet man auch den Lippenstift schneller wieder!
Stoffe vorbereiten
Zuerst solltest du die Stoffe (und die Vlieseline, falls du welche benutzt) nach Maß zuschneiden. Wenn du dich zum allerersten Mal an das Projekt „Kosmetiktasche nähen“ wagst, kannst du dir auch eine einfache rechteckige Form aussuchen – das ist leichter umzusetzen und sieht trotzdem toll aus.
Optional: Wenn du Volumenvlies verwendest, bügel es jetzt auf die linke Seite der Stoffstücke für die Außenseite auf – am besten mit einem feuchten Tuch und ohne Dampf. Lass es gut auskühlen, bevor du weitermachst.
Reißverschluss einnähen
Die Reißverschlussnaht ist oft der größte Stolperstein – aber keine Sorge, ich verspreche dir: Mit ein paar Tricks gelingt dir das ganz spielend.
- Lege ein Außenteil (mit der rechten Stoffseite nach oben) vor dich hin.
- Darauf legst du den Reißverschluss, mit der Zähnchen-Seite nach unten.
- Dann legst du das passende Futterstoffstück rechts auf rechts oben drauf.
- Fixiere das Ganze mit Stecknadeln oder Clips entlang der Reißverschlusskante.
Jetzt kommt der Nähmaschine-Moment: Nähe mit dem Reißverschlussfuß entlang der Kante – langsam und gleichmäßig. Dann klappst du beide Stofflagen vom Reißverschluss weg, bügelst die Naht vorsichtig glatt und steppst sie knappkantig ab. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern verhindert auch, dass der Stoff sich später im Reißverschluss verfängt.
Wiederhole diesen Schritt auf der anderen Seite mit dem zweiten Außen– und Innenstoff.
Die Tasche zusammennähen
Jetzt kommt der spannende Teil:
- Klappe deine beiden Außenteile rechts auf rechts zusammen. Dasselbe machst du mit den beiden Futterteilen.
- Wichtig: Öffne jetzt deinen Reißverschluss ein Stück – sonst wird es später schwierig, die Tasche zu wenden.
- Stecke oder klammere den Rand sorgfältig fest und achte darauf, dass die Reißverschlussenden ordentlich übereinanderliegen.
- Nähe einmal rundherum – aber lasse im Futterteil eine Wendeöffnung von 6–8 cm offen.
Meine kleine Anekdote hierzu: Beim ersten Mal habe ich vergessen, den Reißverschluss zu öffnen – das Wenden war eine echte Geduldsprobe! Also, besser vorher nochmal checken.
Ecken formen und wenden
Damit die Tasche am Ende eine schöne Form bekommt, kannst du noch die Ecken abnähen (das nennt man auch “Boden abnähen”):
- Ziehe die Ecken an Außen- und Innenstoff auseinander, sodass sich ein Dreieck bildet.
- Miss an der Spitze etwa 3 cm ab und ziehe eine Linie.
- Nähe entlang dieser Linie ab und schneide die Spitze ab, ca. 1 cm Nahtzugabe stehen lassen.
Dann wendest du die Tasche durch die Wendeöffnung im Futter. Arbeite die Ecken vorsichtig aus (z. B. mit einem stumpfen Stift) und nähe die Wendeöffnung mit einem kleinen, unsichtbaren Handstich oder knappkantig mit der Maschine zu.
Jetzt musst du nur noch das Futter ordentlich in die Tasche stopfen, alles glattstreichen – und voilà: Deine selbstgenähte Kosmetiktasche ist fertig!
Optional: Verzierung und Individualisierung
Ein Etikett mit deinem Namen, ein kleiner Anhänger am Reißverschluss, Bänder oder Spitze – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe meiner Schwester zum Geburtstag eine Kosmetiktasche mit einem kleinen gestickten „Love Yourself“ Spruch genäht – sie war richtig gerührt.
Warum Kosmetiktaschen nähen so viel Spaß macht
Wenn du erst einmal deine erste Kosmetiktasche genäht hast, wirst du merken, wie vielseitig dieses kleine Projekt ist. Du kannst Reste verwerten, neue Techniken üben und fast jede Tasche sieht anders aus – je nachdem, welchen Stoff, Reißverschluss oder Stil du wählst.
Ich habe immer ein paar fertig genähte Täschchen zuhause – als Last-Minute-Geschenk oder für spontane Reisen. Und das schönste Gefühl ist, wenn jemand fragt: „Woher hast du denn diese tolle Tasche?!“ – und du sagen kannst: „Die habe ich selbst genäht.“
Viel Spaß beim Ausprobieren und: Trau dich einfach – Kosmetiktasche nähen ist ein tolles Nähprojekt für zwischendurch, das mit ein bisschen Liebe zum Detail zu echten Lieblingsstücken wird!
