
Die To-Sew-Liste für Weihnachten ist abgearbeitet und verzauberte Gesichter waren der Dank für viele Stunden an der Nähmaschine. Es ist immer wieder schön, wenn ich den Geschmack meiner Liebsten getroffen habe und die Teile dann auch noch super passen und wirklich genutzt werden. Jetzt kribbelt es wieder in den Fingern – was nähe ich denn als nächstes?
Dafür habe ich 5 gute Vorsätze gefasst, um in ein schönes neues Jahr zu starten. Schön soll es werden, mit neuen Nähprojekten, aber auch planvoller, bewusster, nachhaltiger. Ich möchte möglichst viel selber machen, statt es fertig zu kaufen. Wie das konkret aussehen soll, erfährst du im nachfolgenden Artikel.
Vorsatz Nr. 1: Den Fundus abarbeiten
Der letzte Stoffmarkt liegt noch nicht lange zurück und der nächste steht bereits vor der Tür, ein neuer Stoffladen bei den Schwiegereltern um die Ecke hat eröffnet und das Internet lockt immerzu mit neuen wunderbaren Designs und Materialien. Es ist wirklich schwer, sich da zu beherrschen und nicht massenweise Neues zu kaufen. Dabei quillt mein Stofflager über und es ist gut gefüllt mit schönen Stoffen, die mir nach wie vor gefallen. Ich tappe nur leider immer wieder in die gleiche Falle: ich vernähe am liebsten, was ich soeben frisch erbeutet habe. Und so wächst die Sammlung heimlich weiter. Also darf erst etwas neues hinzukommen, wenn der Schrankinhalt mindestens zur Hälfte verarbeitet ist.
Vorsatz Nr. 2: Reste verwerten & Upcycling
Weihnachten diente als hervorragender Anlass, Stoffreste zu verwerten, was wir in unserem letzten Artikel 11 Ideen, was man aus Jersey-Resten nähen kann näher behandelt haben. Dann sollte das doch an dieser Stelle eigentlich kein Thema mehr sein, oder? Eigentlich nicht. Aber vielleicht kennst du das auch: Reste hat man irgendwie immer mehr als genug, sie gehen nie wirklich aus und man hat ja auch noch andere Stoffe als Jersey rumfliegen.
Eine dankbare Verwertungsmöglichkeit sind da stets Kinderkleider. Entweder für (mehrfach) unterteilte Schnitte wie das „Knopfleistenshirt Casual Buttons“ von Sara & Julez oder als Belege in Kapuzen, zum Einfassen von Stoffkanten, Applizieren, als Bündchen, für Sabberlätzchen, Mützen, Loopschals oder Handschuhe.


Mein persönlicher Schlager ist jedoch die Schlafmaske aus Softshell und Jersey. Mein halber Freundeskreis hat bereits eine, immer auf ihren Wunsch hin angefertigt. Der dichte Softshell dunkelt wunderbar ab und sorgt mit seiner leicht formgebenden Eigenschaft dafür, dass die Maske nicht auf den Augen aufliegt. Jersey schmeichelt derweil der empfindlichen Haut der Augenpartie und sorgt für angenehmen Komfort. Dazwischen eine Schicht Volumenvlies, ein Gummiband, fertig – in nur etwa 30 Minuten. Ein Tutorial sowie das gratis Schnittmuster findest du z.B. hier.
Upcycling: Mein Mann sortiert häufig T-Shirts aus, die noch lange nicht ihr Verfallsdatum erreicht haben. Mal ist der Kragen doch zu eng oder es läuft direkt nach der ersten Wäsche so ein, dass es breiter als lang ist. Da er ein großer Kerl ist, arbeite ich seine Sachen ebenfalls gerne in Kinderkleidung um und verwende sie als Flickwerk weiter.


Vorsatz Nr. 3: Einen schwierigen Schnitt umsetzen
Als ich noch recht wenig Erfahrung beim Nähen hatte, habe ich mir das wunderbare Schnittmuster „Eimsbüttel“ von Pech & Schwefel gekauft, das wahlweise als Pullover oder Kleid mit Biesen umsetzbar ist. Freudig bin ich in den nächsten Stoffladen gelaufen, um mir einen Stoff zu besorgen (empfohlen wird Sommersweat oder Romanit). Bei der Beratung hat sich schnell abgezeichnet, dass es nicht ganz einfach werden würde, Eimsbüttel zu nähen. Die Fachkraft warnte mich, dass die Biesen wirklich nicht nach einem Anfängerprojekt aussehen und ich doch mit etwas Einfacherem anfangen sollte. Pah! Ich kaufte dennoch einen Stoff und fing an, mein Schnittmuster zu basteln. Dann erst sah ich, wie viele Schnittteile ich benötige und packte alles schnell sorgfältig in einen Ordner, wo Eimsbüttel im Fortfolgenden meist schnell überblättert wurde.
Das Schnittmuster ordentlich vor dem Kauf zu studieren, ist bei ebooks selten bis gar nicht möglich. Anhand der Anzahl aller Teile und Details sieht man aber ungefähr, was auf einen zukommt. Und dann keine falsche Scheu, ran an den Schnitt. Ja, es wird sicher aufwändig und herausfordernd, den Überblick zu behalten. Näherfahrung habe ich zwischenzeitlich genug gesammelt und es wird Zeit, auch mal was Komplexes anzugehen. In der Ruhe liegt die Kraft …
Vorsatz Nr. 4: Neue Techniken ausprobieren
Lange habe ich überlegt, ob ich mir zu Weihnachten eine
Overlock wünschen sollte. Es würde ja so wunderbar schnell damit gehen und
professionell aussehen, dachte ich. Aber dann stünde noch ein Gerät herum und
ich bräuchte auch weiteres Zubehör dafür.
Statt der neuen Maschine werde ich mich stattdessen mit neuen Techniken und
Nähhelfern befassen. Denn: mit einer normalen Nähmaschine und einigen Kniffen
lassen sich ebenso professionell aussehende und belastbare Nähte erstellen. Ein
spezieller Nähfuß hier, ein besonderer Stich da und schwupp-di-wupp sollte die
Ovi irrelevant sein. In einem weiteren Artikel gehe ich darauf noch ganz genau
ein!
Vorsatz Nr. 5: Neue Stoffart verarbeiten
Mit jeder neuen Stoffart lernt man seine Maschine neu kennen. Es dauert doch eine ganze Weile, bis man alle erforderlichen Einstellungen gefunden hat, den richtigen Faden und die korrekte Nadelstärke ermittelt hat. Auch birgt die Stärke eines Stoffes immer Tücken: bei dicken Stoffen lassen sich nicht beliebig viele Schichten vernähen, bei zarten dünnen braucht es Vorsicht und Geduld.
Ein Sehnsuchts-Material ist für mich Kork. Es ist ein natürliches, atmungsaktives aber auch gut isolierendes Material, das sich vortrefflich zu Taschen und Geldbeuteln verarbeiten lässt. Während ich nicht in die Pötte gekommen bin, ist Kork ein echtes Trendmaterial geworden. Man bekommt ihn nun nicht nur in verschiedenen Stärken, sondern auch bedruckt oder sogar mit Glitzer!
Mein Favorit ist das „PORTmoney BIG Genius“ von Handmade by Wittsich und damit kann ich gleich drei Punkte von meinen Vorsätzen abhaken: Lederreste verwerten, ein neues Material ausprobieren (Kork) und einen neuen, vielleicht schwierigen(?) Schnitt umsetzen, denn das wird mein erstes Portmonnaie.
Und welche Näh-Vorsätze hast du dir für 2019 gemacht?
In diesem Sinne: ein wunderbares neues Näh-Jahr!
