Mit guten Vorsätzen ins neue Nähjahr

Gute Näh-Vorsätze 2020

Lange habe ich überlegt, ob ich mir überhaupt etwas für mein kreatives Hobby, das Nähen, vornehmen soll. Denn so ziemlich alles in meinem Leben ist durchstrukturiert. Warum sollte ich mir auch noch für den letzten Freiraum Vorsätze machen und nicht weiter vor mich hin werkeln, wie gehabt? Es geht schließlich um Kreativität und die entsteht auch prima im Chaos – oder gerade im Chaos?

Zeitfenster zum Nähen öffnen sich oftmals unverhofft. Lustigerweise finde ich stets eine Gelegenheit Stoff zu kaufen und kann direkt loslegen. Was mich in meinem Schaffen dann einschränkt, sind scheinbare Nebensächlichkeiten, um die ich mich leider nicht rechtzeitig gekümmert habe: es fehlt das Zubehör, der Rollschneider ist stumpf geworden, oder ich bin den halben Abend damit beschäftigt, alles zusammenzusuchen, weil ich nicht ordentlich aufgeräumt habe. Somit vergeude ich viel Zeit, die ich lieber dafür genutzt hätte, ein Projekt voranzutreiben oder noch besser, fertigzustellen. Und so komme ich zu dem Schluss, dass ein paar Vorsätze für mein liebstes Hobby doch sehr angebracht sind, sodass es noch mehr Spaß macht.

Vorsatz Nr. 1: nach jedem vollendeten Nähprojekt aufräumen

Letztes Jahr hatte ich mein Material wirklich gut im Griff! So etwa 5 Wochen lang … In meinem Beitrag über Essentielle Nähhelfer und Ordnungshalter habe ich gezeigt, wie ich Stoffe und Krimskram aufbewahre. Daran gibt es eigentlich nichts auszusetzen, nur räume ich selten wieder alles so auf, dass ich es direkt auch wieder finde. Stattdessen befülle ich meine Kisten auf die Schnelle wahllos, statt sie kategorisch mit den immer gleichen Dingen zu bestücken. Mein wichtigster Vorsatz für 2020 lautet somit: immer schön aufräumen!

Vorsatz Nr. 2: Werkzeug instand halten

Wie schon erwähnt, nähe ich häufig drauf los, ohne zu prüfen, ob mein Werkzeug voll funktionstüchtig ist. Nicht nur die Nähmaschine muss regelmäßig gereinigt werden, sondern auch die Schneidematte. Das mache ich wirklich nur sehr selten, nämlich dann, wenn mein schöner Stoff schon unsauber franst, weil ich mit dem Rollschneider nicht richtig durchkomme. Und auch den benutze ich viel zu lange, ehe mich um eine neue Klinge bemühe. Stattdessen greife ich zur Schere und ärgere mich beim nächsten Mal erneut über mein Versäumnis.
2020 möchte ich mich disziplinieren und ersetze Klingen direkt. Zur Reinigung und Pflege der Nähmaschine habe ich nun einen monatlichen Kalendereintrag für den Sonntag Abend.

Vorsatz Nr. 3: Material vollständig zusammentragen

Wann immer ich bei einem Projekt nicht weiter komme, beispielsweise weil mir eine entscheidende Zutat fehlt, fange ich mit etwas Neuem an. Das nimmt mittlerweile überhand und aktuell liegen ganze 8 Ufos (unfertige Objekte) herum. Mich frustriert das, denn ich vergesse, was ich zuletzt daran gemacht habe bzw. auch, warum ich ich nicht weitermachen konnte. Wenn ich alles beisammen habe und es bei nächster Gelegenheit vollenden will, brauche ich einige Zeit, mich wieder hineinzufinden und die hätte ich jedes Mal lieber zum arbeiten genutzt. In Zukunft möchte ich meine Projekte besser vorbereiten und alle benötigten Materialien vorrätig haben. Ehe das nicht der Fall ist, fange ich nicht mit der Verarbeitung an.

Vorsatz Nr. 4: die Overlock kennenlernen

Anfang 2019 habe ich mir vorgenommen, mich mit verschiedenen Nähfüßchen und alternativen Techniken zu befassen, um auch ohne Overlock vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Denn eine extra Maschine wollte ich nicht anschaffen. Meinen Vorsatz habe ich umgesetzt und mit meiner Nähmaschine komme ich sehr gut zurecht. Nun hat sich kürzlich aber doch noch eine Overlock bei mir eingeschlichen: meine Oma hat mir ihre alt Bewährte überlassen. Da konnte ich nicht “Nein” sagen! So ganz warm bin ich noch nicht mit ihr und damit ist ein weiteres Ziel für dieses Jahr, mein neues Schätzchen richtig gut kennenzulernen, damit sie optimale Ergebnisse liefern kann.

Vorsatz Nr. 5: Prioritäten setzen

Neben meinem Ufo-Stapel türmt sich ein weiterer: der Reparatur-Stapel. Hosen, die geflickt werden sollen, Shirts, deren Ärmel ich kürzen soll, Jeans, die zu weit sind und Kinderkleidung mit Löchern, die ich dekorativ schließen möchte. Dieser Stapel ist stets relativ groß und der Teil mit den Kindersachen wird wohl stets nachwachsen. Alle weiteren Reparaturanfragen möchte ich nun etwas eindämmen, um mich dringlicheren Projekten zu widmen. Denn allmählich kürze ich ziemlich oft mal eben eine Hose für Opa oder das Kleid einer Freundin, während ich nur noch Röcke trage, da ich nicht dazu komme, mich mit meinem eigenen Hosenprojekt zu befassen.

Vorsatz Nr. 6: Nähen statt kaufen

Vorsatz Nr. 5 habe ich gefasst, damit ich meinem nächsten Vorsatz besser gerecht werden kann: ich möchte meine Garderobe und auch die meines Mannes komplett selbst erstellen, statt sie zu kaufen. Bei meinem Kind komme ich wachstumsbedingt nicht ganz hinterher und kaufe gebrauchte Kleidung hinzu. Denn mit dem Anspruch, dass meine selbst genähten Werke einer Konfektionsware qualitativ in nichts nachstehen soll, dauern einzelne Projekte teilweise wirklich lang. Bislang wird aber tatsächlich alles getragen und fristet kein einsames Dasein als Schrankleiche.

Fazit

Wenn ich meine Vorsätze des letzten Jahres mit den aktuellen vergleiche, fällt auf, dass die meisten von ihnen nicht mit einem Mal abgehakt sind. Vielmehr bilden sie eine Leitlinie, die es mir ermöglicht, meine Zeit effizienter für die Dinge zu nutzen, die mir am meisten Freude bereiten. Ein bisschen Planung und Disziplin bei der Durchführung sehe ich als willkommene Wegbereiter.

Wie sehen deine Näh-Vorsätze für 2020 aus? Wir freuen uns über deinen Kommentar.

Übrigens, das hier waren 2019 meine guten Näh-Vorsätze:

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