Behelfs-Mundschutz selber nähen – alle Infos zu Anleitungen und Stoffen

Eins vorweg: eine selbstgenähte Gesichtsmaske ist kein medizinisch wirksames Produkt, dass dich vor Viren schützt!

Derzeit ist es vermutlich DAS Nähprojekt: die Gesichtsmaske. Spätestens, seit die Stadt Essen dazu eine Näh-Anleitung veröffentlich hat, die viral ging, machen sich viele DIY-Näher daran, solche für sich und ihre Liebsten zu fertigen. Wir möchten hier die Gelegenheit nutzen und Euch ein wenig über die Hintergründe dazu aufzuklären.

Wie näht man einen Behelfs-Mundschutz?

Selbst für Nähanfänger ist es ein Leichtes, sich einen einfachen Behelfs-Mundschutz zu nähen. Die Stadt Essen hat dafür eine Anleitung zum Download bereitgestellt, die Du hier findest. Unsere Lieblings-Bloggerin, der Nähfrosch, hat auch einen Artikel mit einer Zusammenstellung von vielen weiteren Anleitungen verfasst, den wir auch hier gerne verlinken.

Was braucht man, um ein Gesichtsmaske zu nähen?

  • Am besten einen festen Stoff, der mit hoher Temperatur (Kochwäsche) gewaschen werden kann
  • einen Draht zum Formen des Nasenbereichs
  • idealerweise etwas Schrägband oder einen Gummi, der hitzebeständig ist.

Welche Stoffe können wir empfehlen?

Aus unserem Sortiment empfehlen wir unser neu eingetroffenen Premium-Baumwollstoff. Er ist bis 60° waschbar und lässt sich auch kochen. (Bitte beachte weiter Unten unsere Hinweise zum Kochen von Baumwollstoffen). Darüber hinaus ist der Baumwollköper und unser Molton gut geeignet. Ein paar typische Farben, die man aus dem medizinischen Bereich kennt, findest Du hier:

Ganz neu ist unser Fahnentuch. Dieser stabile, hochwertige Baumwollstoff kann laut Hersteller bei 40° problemlos gewaschen werden, um formstabil und farbecht zu bleiben. Verarbeitet als Gesichtsmaske lässt er sich aber auch problemlos kochen.

Wenn Du etwas farbenfroher magst, sind vielleicht die folgenden Vorschläge das Richtige für dich. Baumwoll-Canvas haben wir in vielen verschiedenen Farben. Die Herstellerangabe zum Waschen ist zwar nur 30°, damit er lange farbecht und formstabil bleibt, aber wenn man ihn vor dem verarbeiten einmal kocht, geht er unserer Erfahrung danach nicht mehr zu stark ein.

Generelle Hinweise zum Kochen von Stoffen

Die Pflegehinweise der Hersteller zu den meisten Stoffen geben Waschtemperaturen an, bei denen der Stoff formstabil und farbecht bleibt. Für eine Maske spielt das nicht so eine große Rolle. Wenn Du einen herkömmlichen Baumwollstoff verarbeitest, achte darauf, ihn vor der Verarbeitung mindestens einmal zu kochen. Dadurch schrumpft er. Jeder weitere Kochgang aber lässt ihn danach deutlich weniger schrumpfen.

Bänder für den Behelfs-Mundschutz

Generell leiern die meisten Gummibänder leider nach mehrmaligem Kochen aus. Die Herstellerangaben zur Pflege weisen sie als bei 30° waschbar aus. Aber da die Masken nicht für die Ewigkeit halten sollen, kann man sie dennoch verwenden. Eine ideale Alternative ist Schrägband, dass bei hohen Temperaturen gewaschen werden kann.

Ist ein selbstgenähter Behelfs-Mundschutz sicher?

Eins muss dir ganz klar sein: ein selbstgenähter Behelfs-Mundschutz schützt Dich nicht vor Viren. Dafür sind Viren viel zu klein und das Gewebe viel zu grobmaschig. Wirklich sinnvoll ist er nur, wenn ihn bereits infizierte Personen tragen. Da sich SARS-CoV-2 über Tröpfcheninfektion weiterverbreitet, minimiert eine selbstgenähte Gesichtsmaske die Reichweite von durch Mund und Nase ausgestoßene Flüssigkeiten. Auch hier können immer noch Viren durchdringen, aber die Flüssigkeitsteilchen haben nicht mehr die gleiche Reichweite, die sie ohne Maske gehabt hätten.

Fundierte Informationen rund um das Thema Mundschutz findest Du hier.

Den Behelfs-Mundschutz regelmäßig waschen

Du musst Deine Gesichtsmaske wirklich regelmäßig waschen und zwar in der Kochwäsche, also bei mindestens 95°. Es wird empfohlen, den Behelfs-Mundschutz nicht länger als 2 Stunden zu tragen und danach auszukochen.

Vorsicht: rechtliche Fallen beim Nähen von Gesichtsmasken

Leider gibt es einige rechtliche Fallen beim Verkauf oder auch dem Spenden von Gesichtsmasken. Du darfst sie auf keinen Fall Atemschutz oder Mundschutz nennen, da du es sonst als Medizinprodukt anbietest. Diese unterliegen weitgehenden Regulierungen und Abmahnanwälte verdienen damit viel Geld. Was Du dabei beachten solltest, fasst dieser Artikel zusammen:

Rechtsfallen beim Nähen eines Behelfs-Mundschutzes

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