Nähideen: Nähen für mehr Nachhaltigkeit

Nähen für mehr Nachhaltigkeit

In einem durchschnittlichen deutschen Haushalt fällt täglich rund 1 kg Haushaltsmüll an. Ständig benutzen wir Sachen, die einen sehr kurzen Lebenszyklus haben und meist in Plastikbehältern verkauft werden. Besonders viel Plastikmüll fällt dabei im Bad an, gerade bei Frauen, da so viele verschiedene Produkte im Einsatz sind.

Ich möchte meinen Müll gerne stark reduzieren und habe angefangen, Wegwerfprodukte für den alltäglichen Gebrauch durch waschbare Alternativen zu ersetzen. Wo sich diese anbieten, möchte ich dir mit einigen DIY-Projekten zeigen. Das Material, bestehend aus Stoffresten und abgelegter Kleidung, habe ich zu Hause zusammengesucht. Ausgenommen die beschichtete Baumwolle, welche ich eigens für Kosmetikverpackungen besorgt habe. Genauso gut kannst du vorhandenen Stoff aber auch selbst beschichten.

Müll sparen im Badezimmer

Ich bin auf die Seife gekommen. Statt der bisherigen Waschlotionen gibt es nun Körperseife und Shampoo Bits. Auch Haarspülung, Bodybutter, Antipickel-Seife, Peeling und Rasierseife habe ich schon in fester Form gesehen.

Zur Aufbewahrung und fürs Reisen gibt es selbst genähte Seifentäschchen aus beschichteter Baumwolle (Bild links). Sie sind von außen als auch innen wasserabweisend und leicht zu reinigen. Die nehme ich daher auch mit unter die Dusche. Aus einem kleinen dünnen Frotteewaschlappen habe ich außerdem zwei Schlupftaschen für kleine Seifenreste genäht (Bild rechts), damit sie gänzlich aufgebraucht werden können und nicht zuvor im Abfluss landen.

Passe die Größe an deine Lieblingsprodukte an und beachte, dass die Seifenstücke, auch vom gleichen Hersteller, in der Größe leicht variieren können. Also lieber etwas mehr Stoff einplanen.

Seifentäschchen
Seifentäschchen und Waschlappen

Wattepads werden für die Mülltonne produziert. Zum Abschminken, Klären und Nagellackentfernen kannst du aber ebenso selbst gemachte Kosmetikpads verwenden (wobei ich die für die Nägel nicht fürs Gesicht verwenden würde). Aus Frottee oder einem leichten Molton sowie einer dekorativen Seite aus Stoffresten.

Ich habe ausgemusterte Waschlappen genommen, eine feine Moltonunterlage (Baby) und einen robusten Dekostoff, wobei ich darauf geachtet habe, dass man alles bei hohen Temperaturen waschen kann. Mein Augenmakeup entferne ich übrigens mit Kokosöl.

Meine Pads haben mit 8 cm einen etwas größeren Durchmesser, als die handelsübliche Wattevariante (ca. 6 cm), einfach nur, weil sie leichter zu nähen sind. Du kannst natürlich frei variieren auch andere Formen nehmen, z.B. quadratisch oder als Stern … was auch immer dir Freude bereitet. 14 Stück habe ich aus meinen Resten rausbekommen. Damit komme ich derzeit gut über die Runden, wobei ich mich nicht täglich schminke und auch eher selten Nagellack trage.

Kosmetikpads

Müll sparen in der Küche

Spätestens nach einer Woche soll man seinen Spüllappen oder -schwamm entsorgen, ehe dieser zur unappetitlichen Bakterienschleuder verkommt. Wie wäre es mit: nach einer Woche fliegt er in die Waschmaschine?

Zum Abwischen des Tisches und von Oberflächen eignet sich eine robuste Webware gut, zum Schrubben von hartnäckigeren Resten die Jute. Volumen bekommst du mit einem Stück Baumwollvlies dazwischen. Zum Waschen solltest du sie in ein eigenes Wäschenetz legen, sonst scheuert die Jute zu sehr an anderen Stoffen.

Spülschwämme

Wiederverwenden statt wegschmeißen

Gerade aus großer Männerkleidung kann man wunderbar hübsche Damen- und Kinderkleider machen. Dafür sollte der Stoff gut erhalten sein und weder Flecken noch Löcher an auffälliger Stelle haben. So ist aus einem ausrangierten Hemd meines Mannes ein neuer leichter Sommerrock für mich entstanden. Das Hemd habe ich lediglich abgeschnitten und ein Bündchen angenäht.
Aus einem weiteren Exemplar habe ich ein kleines Hemd für meinen Sohn gefertigt. Hier ist keine Naht heil geblieben! Aus Männergröße XL wurde eine 92. Für Kragen und Manschetten musste ich dann noch ein altes Poloshirt zerschneiden.

Upcycling Hemd
Upcycling Rock

Alles, was nicht mehr so richtig vorzeigbar ist, wie verblichene Geschirrtücher sowie fleckige und löchrige Kleidung kannst du wunderbar zum Putzen verwenden. Unsere Großeltern haben das so gemacht, bis es schick geworden ist, viel Geld für ganz besonders gut reinigende Mikrofasertücher und Ähnliches auszugeben. Erst wenn sie vollends untauglich geworden sind, werden die Stofflumpen entsorgt. Bei der großen Stoffvielfalt, die in den heutigen Kleiderschränken vorhanden ist, findet sich bestimmt für jede Verschmutzung ein geeigneter Putzhelfer.

Fazit

Ein Glück kannst du nähen! Stoffreste hat man als Nähfee stets genug und selber machen ist besser als kaufen, da die ganze Produktionskette der industriellen Fertigung entfällt.
Ich nehme meinen Haushalt weiter unter die Lupe und stelle euch in Kürze weitere Projekte zur Müllvermeidung vor.

Bis dahin kannst du mal auf unserer Pinnwand „Upcycling“ stöbern, wo ich weitere Upcyclingideen für dich zusammengetragen habe.

1 Gedanke zu „Nähideen: Nähen für mehr Nachhaltigkeit

  1. Tolle Ideen! Vielen Dank!

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