Tipps für Näh-Anfänger: Essentielle Nähhelfer und Ordnungshalter

Nähhelfer

Die Nähwelt ist sehr bunt – nicht nur, was Stoffe und Material angeht, sondern auch bei der Ausstattung. Hunderte Hilfsmittel versprechen das einfachere Arbeiten sowie eine große Zeitersparnis. Als Anfänger fehlt da erst einmal das Gespür für das, was man wirklich braucht. In diesem Beitrag möchte ich dir jene Dinge vorstellen, auf die ich persönlich beim Nähen nicht verzichten kann und dir Anregungen geben, was es sich anzuschaffen lohnt.

Zum Übertragen von Schnittmustern

Butterbrotpapier & Malerfolie

Für kleine Teile verwende ich am liebsten weißes Butterbrotpapier von der Rolle aus dem Supermarkt. Wenn es größer wird, gefällt mir Malerfolie aus dem Baumarkt gut. Ist davon grade nichts vorrätig, nähe ich kurzerhand mehrere Teile Butterbrotpapier zusammen. Um ehrlich zu sein, wird es meistens Butterbrotpapier!

Trickmarker & Seife

Ein Trickmarker ist leider nicht das nachhaltigste Schneider-Produkt. Aber ich bevorzuge ihn, weil er nicht nachgespitzt werden muss und schön akkurate Linien ermöglicht (sofern er nicht bereits ziemlich ausgetrocknet ist). Kreidemarker verwische ich versehentlich und die Schneiderkreide hilft mir bei Jersey nicht gut weiter, weil sich der Stoff beim Zeichnen dehnt.

Bei dunklen Stoffen verwende ich ein kleines Reststückchen heller Seife. Die flutscht etwas besser über dehnbare Stoffe als Schneiderkreide.

Eine Enttäuschung war hingegen das Kreiderad von Prym. Mir ist nie eine durchgehende Linie damit gelungen – es gab immer Aussetzer. An den Stellen, wo es gegriffen hat, waren die Linie partiell viel zu dick.

Schneiden und markieren

Schneidematte, Rollschneider & Schere

Mit meinem Rollschneider hielt auch eine wunderbare Schneidematte Einzug in mein Heim. Wenn schon, denn schon: es musste die Große sein, 90 x 60 cm. Wenn man wie ich keinen eigens nur dafür vorgesehenen Zuschneidetisch hat und jedes winzige Loch in die Altbauwand faustdicke Löcher reißt, sobald man einen Nagel darin versenken möchte, kann man sie entweder als Schreibtischunterlage nutzen, oder, wie ich das gerne löse, unter den (großen, schweren) Teppich schieben. Ja, richtig gelesen. Dort ist sie vor Licht und Hitze geschützt und stört niemanden.

Für kleine Strecken nutze ich den 28 mm Rollschneider von Prym und bei längeren meine uralte, von Oma vererbte Schneiderschere. Sie liegt schön schwer in der Hand und wird gefühlt nie unscharf werden. Lediglich ölen muss ich sie hin und wieder, damit sie sich wieder geschmeidig öffnet/scließt. Vielleicht fragst du dich gerade, warum um himmelswillen ich keine Stickschere habe. Weil ich eine Nagelschere nehme! Wobei ich die nur selten brauche, weil ich kein Problem mit der großen Metallschere habe.

Geodreieck

Habe ich noch aus meiner Schulzeit und erfüllt ebenso alle Anforderungen wie ein Patchworklineal.

Nähgewichte

Zunächst hatte ich mir hübsche Pyramiden aus einem hypnotisierend gemusterten Stoff genäht. Mittlerweile greife ich aber zu Unterlegscheiben: den größten und schwersten, die ich im Baumarkt finden konnte. Sie lassen sich zwar nicht so toll greifen, aber schön platzsparend verstauen.

Optional kann man sie noch mit Satinband umwickeln oder z.B. mit Baumwollgarn umhäkeln, wodurch sie ihren technischen Charakter verlieren und wieder hübsch ins kreative Chaos passen.

Unterlegscheiben als Nähgewichte

Beim Nähen

Nähmaschinen-Lineale

Eigentlich reicht es, sich an den Abmessungen der Stichplatte zu orientieren, wenn man gerade Strecken nähen möchte. Ich bevorzuge allerdings eine physische Begrenzung, an der ich meinen Stoff entlang führen kann. Ein magnetisches Lineal (a) ist hier ein sehr netter Helfer, welcher sich an der Stichplatte andocken lässt. Wenn es über die Stichplatte und somit über den magnetischen Bereich hinausgeht, greife ich zum Quiltlineal (b).

Nähfüße

Blindstichfuß (c)
Er bietet u.a. eine saubere Kantenführung bei knappkantigem Absteppen.

Overlockfuß (d)
Ich scheue mich nach vor, eine weitere Maschine anzuschaffen, die ich aktuell nicht einfach rumstehen lassen kann. Um dennoch Nähte in einem Arbeitsschritt vernähen und versäubern zu können, nutze ich den Overlockfuß und einen versäubernden Stich, welcher eine Overlocknaht imitiert. Es werden zwar nur zwei Fäden statt 7 Fäden verarbeitet, aber ich erhalte sehr stabile und schöne Nähte. Für mich eine gute Alternative.

Obertransportfuß (e)
Meine bei meiner simplen Haushaltsnähmaschine Verarbeitungsprobleme bekomme, weil ich z.B. zwei unterschiedliche Stoffqualitäten vernähen möchte und diese sich unterschiedlich stark dehnen, montiere ich einen extra Obertransportfuß (Kostenpunkt 20 €). Dafür schraube ich die Halterung für alle Standardnähfüße ab und montiere stattdessen das recht klobig aussehende Sonderzubehör. Beim Nähen wird es damit zwar um einiges lauter, aber erfüllt seinen Zweck.

Nähfüße

Spulenring mit Magnetnadelkissen

Ich stehe total auf dieses Teil! 22 Spulen passen rein und ein guter Schwung Stecknadeln bleiben in der Mitte haften. Das Nadelkissen lässt sich entnehmen und wenn ich mal wieder versehentlich mit Nadeln um mich werfe, schnappe ich mir den Innenteil und lasse es über dem Boden schweben. Im Nu sind alle Nadeln wieder dort, wo sie hingehören.

Spulenring
Nahttrenner
Lupe

Lupe

So sehr ich mich bemühe, meine Nähnadeln nach getaner Arbeit ordentlich zu verstauen – irgendwo taucht immer eine verirrte Nadel auf. Die nehme ich dann genau unter die Lupe, um sie wieder in die richtige Hülle stecken zu können.

Bügeltuch

Um Bügeleinlagen und Nahtband aufzubügeln, lege ich ein versäubertes weißes Baumwolltuch oben auf. So klebt garantiert nichts an meinem Bügeleisen fest. Hilfreicher wäre sicher ein spezielles Gitternetz-Bügeltuch, bei dem man auch sieht, was man genau bügelt. Aber hey, ich komme auch so damit klar 🙂

Bügeltuch

Für Ordnung & Übersicht

Ich habe keinen festen Nähplatz. Mein Ordnungssystem lässt sich daher mit wenigen Handgriffen an jeden freien Platz meiner Wohnung bugsieren und platzsparend wieder verstauen.

Unterteilte Aufbewahrungsboxen

Für Kleinkram wie Garn, Druckknöpfe und Nadeln nutze ich simple Pappboxen mit Unterteilungen. Die brauche ich für jedes Nähprojekt und somit müssen die auch nicht zwingend durchsichtig sein. Weil sie hübsch aussehen und in meinen Schränken kein Platz mehr ist, dürfen sie draußen stehen bleiben.

Sortierbox

Durchsichtige Aufbewahrungsboxen

Darin lagere ich, zusammen mit je einem Lavendelsäckchen, meinen Stoff und Reste davon. Auf einen Blick sehe ich den Inhalt und brauche nicht immer alles ausleeren. Gekauft habe ich sie in unterschiedlichen Größen im Baumarkt.

Aufbewahrung von Nähzubehör
Aufbewahrung von Nähzubehör

Völlig überschätzt

… habe ich Wondertape. Dort, wo ich es wirklich hätte brauchen können, hielt es nicht. Ursprünglich wollte ich einen Reißverschluss kurzzeitig auf Softshell fixieren. Dafür hat die Klebekraft jedoch nicht ausgereicht. Mit ein paar Klammern, die den Stoff nicht beschädigen, ging es natürlich auch. Ansonsten bevorzuge ich, wo es geht, Stecknadeln.

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