Wie man Nicki richtig näht | 7 Tipps & Tricks für Selbernäher

Nicki nähen - Tipps & Tricks

Nicki ist ein kuschelig warmer Stoff, indem du es dir so richtig gemütlich machen kannst. Bei der Verarbeitung allerdings erweist er sich als etwas eigen. So solltest du beim Zuschnitt unbedingt auf den Fadenlauf achten und beim Nähen auf ein paar Tricks zurückgreifen. Welche das sind, erfährst du in diesem Beitrag.

Tipp 1: Versäubern & Vorwaschen

Nicki fusselt ganz schön stark. Versäubere die Kanten vor dem Waschen, um deine Waschmaschine sauber zu halten. Auch lassen sich zugeschnittene Einzelteile versäubert einfacher handhaben. Aufgrund seines hohen Baumwollanteils schrumpft Nicki bei der ersten Wäsche etwas ein. Um böse Überraschungen zu vermeiden, solltest du deine lose Meterware also zunächst waschen und erst dann weiterverarbeiten.

Tipp 2: Einrollen an den Rändern vermeiden

Wie ein dünner Singlejersey rollen sich auch die Kanten bei Nicki zur linken Seite hin ein – obwohl er um einiges dicker ist. Um die widerspenstigen Stoffränder zu stabilisieren hast du drei Möglichkeiten:

  1. Versäubere die Schnittkanten mit der Overlock oder einem Zickzack-Stich
  2. Bügel einen schmalen Streifen wasserlöslichen Stickvlies auf den Randbereich auf oder
  3. Trage Sprühzeitkleber auf. Bei der nächsten Wäsche lösen sich beide Mittel rückstandslos auf.

Tipp 3: Laufmaschen vorbeugen

Verwende zum Fixieren deiner Stofflagen Klammern oder setzte Stecknadeln nur innerhalb der Nahtzugabe, denn Nickistoff zieht schnell Fäden.

Tipp 4: Strichrichtung & Zuschnitt

Für den Zuschnitt muss die Strichrichtung beachtet werden. Nicki wird üblicherweise, genau wie Samt und Cord, gegen den Strich zugeschnitten. Streichle einmal drüber: legen sich die Härchen glatt hin, hast du die Strichrichtung ermittelt. Gegen den Strich fühlt sich der Stoff struppig an und sieht noch mal dunkler und satter aus. Ob du nun in oder gegen die Strichrichtung zuschneidest, ist Geschmackssache. Achte auf jeden Fall darauf, dass alle unteren Kanten deiner Schnittteile in die gleiche Richtung zeigen.

Verwende eine rutschfeste Unterlage sowie scharfes Werkzeug zum Schneiden und gehe behutsam vor, um keine Fäden zu ziehen. Setze lieber neu an, wenn sich der Stoff aufstaut.

Tipp 5: Unbedingt eine abgerundete Nadel verwenden

Arbeite mit einer Jersey- oder Mikrotexnadel. Sie weisen beide eine abgerundete Spitze auf und stoßen zwischen die Maschen, statt sich daran aufzuspießen. Aufgrund der Dicke des Stoffes bietet sich eine Stärke von 80 oder 90 an. Verwende einen elastischen Stich oder noch besser die Overlock, mit der du zugleich auch die Nähte versäuberst.

Tipp 6: Stoff gleichmäßig transportieren

Wie auch andere Maschenware neigt Nicki zur Wellenbildung beim Nähen. Entweder, weil der Nähfuß das Material zusammenschiebt, oder wenn es beim Nähen gedehnt wird. Ziehe also keinesfalls an deinem Stoff und achte auf Folgendes:

  • Der Nähfußdruck sollte gering ausfallen
  • Verwende nach Möglichkeit einen Obertransportfuß oder
  • beklebe dein Nähfüßchen mit Washi Tape, sodass er mühelos über den Stoff gleiten kann.

Tipp 7: Knopflöcher verstärken

Wenn du Knopflöcher brauchst oder Druckknöpfe anbringen möchtest, solltest du die Stellen auf jeden Fall verstärken. Bügle dafür an entsprechender Stelle eine unelastische Bügeleinlage oder Wonderdots auf. Zum Einschlagen von Ösen kannst du auch einfach linksseitig etwas stabile Webware dazwischen legen.

2 Gedanken zu „Wie man Nicki richtig näht | 7 Tipps & Tricks für Selbernäher

  1. Super Tipps! Ich glaube, ihr habt mir damot eon paar Problemchen erspart, bei meinem ersten Nicki Teilchen. Ich möchte mir nämlich gerne ein Hoodie aus Nicki nähen, mit passender “Bequemhose“ 😊 Geht statt eines Obertransportfuß auch ein Teflonfuß? Einen der beiden müsste ich mir dafür nämlich dann auch zulegen 🤗
    Liebe Grüße,
    Kewikid

    1. Hallo Kewikid,
      das sollte beides gleichermaßen gut funktionieren. Viel Erfolg bei der Umsetzung!

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