
Satin in feiner Qualität ist ein edler aber sensibler Werkstoff: er zieht schnell Fäden, franst leicht aus und flutscht beim Anzeichnen, Zuschneiden sowie beim Nähen gerne davon. Wir verraten dir, wie du mit dem flüchtigen Material umgehen musst, um schöne Ergebnisse zu bekommen und nicht die Nerven zu verlieren.
Tipp 1: Satin immer versäubern
Der feine Webstoff franst ganz leicht aus. Versäubere deinen Stoff daher einmal rundherum, ehe du ihn wäschst. Auch nach dem Zuschnitt solltest du ihn direkt wieder versäubern, am besten mit einer Overlockmaschine.
Tipp 2: großzügige Nahtzugabe
Wähle eine Nahtzugabe von 1,5 cm oder mehr. In dieser Zugabe kannst du deine Schnittteile mit Nadeln fixieren und heften, sodass an den sichtbaren Stellen keine Löcher zurückbleiben. Außerdem lässt sich beim Nähen der Stofffraß besser vermeiden.
Tipp 3: Satin markieren
Während ein Trickmarker zu dicken und ausgefransten Linien zerlaufen kann, gleitet Schneiderkreide aus Seife gut über den glatten Stoff und zeichnet feine saubere Linien. Damit sich der Stoff nur minimal aufschiebt, kannst du ihn mit dem Lineal auf einer rutschfesten Unterlage festdrücken.
Tipp 4: Satin zuschneiden
Satin weist zwar keine so deutliche Strichrichtung auf, wie etwa ein schwerer Samt. Aber je nach Lichteinfall kann er mal stark glänzen oder auch eher matt. Beachte also beim Zuschnitt, dass alle Teile in die gleiche Richtung zeigen und du ein gleichmäßig glänzendes Endergebnis erzielst. Lege deinen Stoff für den Zuschnitt auf eine rutschfeste Unterlage oder auf ein Stück Backpapier, das du zusammen mit dem Satin in Form schneidest. So werden deine Kanten weitestgehend gerade.
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Tipp 5: Löcher vermeiden
Da Löcher im Stoff bestehen bleiben, gilt es, diese von vornerein zu vermeiden bzw. sie bewusst an von außen unsichtbaren Stellen zu platzieren. Verwende also, wo immer es möglich ist, Nähgewichte oder Klammern.
Wenn du Nadeln nehmen möchtest, achte darauf, dass sie fein und vor allem intakt sind, damit sie den Stoff nicht beschädigen. Um das zu prüfen, kannst du feine Unebenheiten ertasten, indem du mit der Nadel leicht über deine Fingerkuppe fährst. Platziere deine Stecknadeln stets in der Nahtzugabe, wo die Löcher später nicht stören.
Auch die Nähnadel sollte eine intakte Spitze aufweisen und möglichst dünn sein. Eine Mikrotextnadel verletzt den Stoff nicht und liefert saubere Ergebnisse. Alternativ kannst du eine Universalnadel der Stärke 60 verwenden, max. jedoch 70.
Hefte deine Schnittteile in der Nahtzugabe, ehe du sie final – und hoffentlich korrekt – vernähst. Musst du dennoch mal eine Naht wieder auftrennen, kannst du die neue Naht 1 mm nach innen versetzen und die Perforation durch die fehlerhafte Naht in der Nahtzugabe verschwinden lassen.
Tipp 6: Den Nahtbeginn meistern
Für einen ordentlichen Nahtbeginn ist das Unterlegen von etwas Seiden- oder Backpapier hilfreich, welches du anschließend vorsichtig ausreißen kannst. Halte zudem den Ober- und Unterfaden für die ersten paar Stiche leicht fest, um den Stofftransport behutsam zu unterstützen.
Tipp 7: Satin bügeln
Den glänzenden Stoff darfst du ausschließlich von links bügeln und das bei niedrigster Temperatur. Bei der Verwendung von Dampf können Wasserflecken zurückbleiben, weshalb du am besten darauf verzichtest. Die Flecken verschwinden in der Regel aber wieder, wenn du den gesamten Stoff einmal nass machst und trocknen lässt.
Tipp 8: Stichlänge & Co
Wähle eine kleine Stichlänge zwischen 1,5–2,5 mm bei möglichst geringem Nähfußdruck. Wenn die Naht schön flach liegt und sich nicht zusammenzieht, hast du alles richtig gemacht.










Hallo, es steht kein Wort zum vorwaschen im Text. ist dies notwendig oder kann man gleich nähen? Vielen Dank für eine Antwort. Anita
Hallo Anita,
obwohl es allgemein bekannt ist, dass Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle aufgrund ihrer Neigung zum Schrumpfen immer vor der Verarbeitung gewaschen werden sollten, empfehlen wir ausdrücklich auch das Vorwaschen von synthetischen Stoffen. Dieser Schritt ist wichtig, da synthetische Materialien häufig direkt vom Hersteller unbehandelt zu Ihnen kommen und somit eventuell Rückstände von Chemikalien enthalten können, die während der Produktion verwendet wurden. Durch das Vorwaschen dieser Stoffe können Sie sicherstellen, dass solche Substanzen entfernt werden, bevor der Stoff verarbeitet wird.
Lieben Gruß
Stoffpalast