Walkloden einfach nähen | 7 Tipps & Tricks für Selbernäher

Walkloden richtig nähen - Tipps & Tricks

In diesem Artikel erwarten Dich 7 Tipps, die Dir dabei helfen werden, mit dem Naturprodukt Walkloden etwas Tolles zu nähen.

Wo auch immer man nachschlägt zum Thema Loden, stößt man auf lange Abhandlung über dessen traditionelle Verwendung, seine althergebrachte Herstellungsart und Geschichte. Es ist schön zu wissen, dass es diese Stoffe schon so lange gibt. Das beweist, dass es sich um ein Erfolgsmodell handelt. Doch in diesem Artikel soll uns das Historische egal sein. Viel mehr interessiert hier die Gegenwart. Denn Walkloden sind gerade im Winter total in und Ausgangsmaterial für trendige Outdoor-Mode.

Walkloden: der leicht zu verarbeitende Alleskönner

Wie lässt sich Walkloden eigentlich verarbeiten? Ganz einfach gesagt: sehr gut. Das Material ist sehr robust, lässt sich gut zuschneiden und ist auch kleineren Nähfehlern gegenüber sehr tolerant. Das feste Gewebe bleibt sehr gut in Form und selbst Anfänger gelingen in der Regel schöne und feste Nähte. Knöpfe, Knopflöcher und Verzierungen lassen sich wunderbar positionieren. Dazu kommt, dass Walkstoffe nicht fransen! Schnittkanten müssen also nicht versäubert werden. Wir haben ein kleines Video gemacht, um das einmal zu demonstrieren.

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Diese 7 Tipps helfen Dir dabei, dein Nähprojekt zum Erfolg zu bringen

Tipp 1: Walkloden vorher abbügeln

In der Regel können Walkstoffe nicht gewaschen werden. Wenn Du vor dem Nähen auf Nummer Sicher gehen willst, kannst du den Stoff Abbügeln. Dabei legst du ein feuchtes Tuch zwischen Stoff und Bügeleisen.

Tipp 2: Schneiderkreide möglichst spitz zuschneiden

Um einen Schnitt einzuzeichnen, benötigst du ein möglichst kantiges Stück Schneiderkreide, da die Markierungen sonst nicht halten. Da der Stoff nicht gewaschen werden sollte, bekommst du eventuelle Rückstände von Trickmarker oder Seife nicht mehr raus.

Tipp 3: Wolle nicht mit einer spitzen Nadel nähen

Walk ist ein Wollstoff und daher solltest Du ihn nicht unbedingt mit einer spitzen Nadel bearbeiten. Diese würde sich an dem Material sowieso schnell abnutzen und es unter Umständen sogar beschädigen. Spitze Universalnadeln werden beim Nähen schnell stumpf und spießen sich gelegentlich auch am Stoff auf. Eine mittelstarke Jersey-Nadel verschleißt nicht so schnell und gleitet Problemlos durch den Stoff. Dennoch lohnt es sich, mehrere davon parat zu haben – nur für alle Fälle.

Tipp 4: Höhe des Nähfußes ausgleichen

Walkloden ist sehr dick. Daher kann es beim Nähen mit der Maschine sein, dass dein Nähfuß nach hinten kippt. Um das auszugleichen, kannst Du dir einfach ein kleines Stück des zu vernähenden Stoffes hinten unter den Fuß legen. Wenn nötig, auch doppelt.

Tipp 5: Zickzack-Stich für Elastizität

Um Nähte möglichst dehnbar zu halten, setzt du sie am besten im Zickzack. Das ist dann nicht nur nützlich, sondern sieht auch toll aus! Damit Details wie der Kragen ihre Form behalten, verwendest Du am besten ein Nahtband.

Tipp 6: Klammern verwenden

Durch die Festigkeit des Materials kann es sein, dass Stecknadeln nicht gut zu setzen sind. Abhilfe schaffen hier Nähklammern. Gegebenenfalls kannst Du auch mit einem speziellen Klebeband arbeiten.

Tipp 7: Lüften anstatt zu waschen

Da Walkstoffe sehr empfindlich vor allem gegen Maschinenwäsche sind, solltest Du dein fertiges Stück lieber gründlich lüften, um zum Beispiel Gerüche loszuwerden.

Walkstoffe füttern

Walkstoffe müssen nicht zwingend gefüttert werden. Wenn du empfindliche Haut hast oder deinen Oberstoff im direkten Hautkontakt als zu kratzig empfindest, ist ein Innenfutter eine gute Lösung. Des Weiteren verzögert das Futter das Ausbeulen des Stoffes um einige Zeit, sofern du eine unelastische Webware verwendest. Um die positiven Nutzen von Walk bestmöglich zu gewährleisten, empfiehlt sich als Futterstoff eine Qualität mit ähnlichen klimaregulierenden Eigenschaften. Das heißt, Feuchtigkeit muss gut nach draußen abtransportiert werden können, ohne dass sich der Stoff selbst feucht anfühlt. Natürliche Fasern wie Baumwolle, Wolle und Seide eignen sich genauso wie die Kunstfasern Viskose, Lyocell und Modal. Letztere punkten durch ihre glatte Oberfläche, die das An- und Ausziehen erleichtert, während die Naturmaterialien Wärme noch besser speichern.

Leichter Walkloden – die moderne Variante

Immer mehr setzt sich auch eine leichte Art des Walkloden durch, die nur zu einem gewissen Anteil aus Schurwolle besteht. Diese wird häufig Kochwolle oder leichter Walkloden genannt und wird genauso hergestellt, wie echter Wollwalk. Unsere leichten Walkloden bestehen zu 40% aus Wolle und zu 60% aus Viskose. Kochwolle verbindet das Hautgefühl und die Haptik mit dem leichten Fall der Viskose. So lässt sich schöne Übergangskleidung nähen, die durch eine natürlich Optik besticht, aber wunderbar leicht im Alltag zu tragen ist. In dem folgenden Video zeigen wir dir einmal, wie sich leichter Walkloden schneiden lässt, um dir ein Gefühl für das Material zu geben.

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Walkloden – der Winterchampion zwischen Tradition und modernen Trends

Der aus Wolle gefertigte Stoff ist dank seiner Dichte wind- und wetterfest. Er liegt gut auf der Haut, ist weich und atmungsaktiv. Kein Wunder also, dass schon unsere Vorfahren ihre Outdoor-Ausrüstung aus diesem Material gefertigt haben. Walkstoffe halten auf natürliche Weise warm, regulieren die Temperatur, halten Schnee und Regen ab und fühlen sich dabei gut an. Modische Farben bringen die Tradition ins 21. Jahrhundert. Der Winter muss also nicht trist bleiben. Das macht den Stoff zu einem trendigen Tausendsassa, aus dem sich Lieblingsstücke für die dunklen Jahreszeiten für jedermann schneidern lassen. Ob Mantel oder Kapuzenjacken: was wird Dein nächstes Nähprojekt aus Walkloden?

14 Gedanken zu „Walkloden einfach nähen | 7 Tipps & Tricks für Selbernäher

  1. Hallo
    Es gibt walkloden in verschiedener dichte oder gewicht wenn ich dss richtig verstehe. Ich möchte mir eine jacke machen die wetterfest und warm ist. Wisst ihr welchen loden ich benutzen sollte?
    Ausserdem gibt es mittlerweile auch outdoorjacken die mit wolle gefüttert sind. So einen futterstoff hätte ich gerne, habe ihn allerdingy noch nicht entdeckt.

    Danke für eure Hilfe
    Mfg maren

    1. Hallo Maren,
      wir führen Wollwalk in zwei Ausführungen: „echter“ Walkloden aus 100% Wolle und leichter Walkloden oder Wollwalk mit Viskoseanteil.
      Für Winterjacken eignet sich richtiger Walkloden. Der ist dicker und hält schön warm und ist außerdem auch wasserfest.
      Leichter Walkloden ist dünner, aber hat ansonsten nahezu die gleichen Eigenschaften. Er eignet sich daher eher für Übergangskleidung oder Jacken für den Herbst.
      Einen speziellen Futtertsoff aus Wolle führen wir leider nicht.

      LG
      Oliver

  2. Hallo
    Welcher Walkloden ist am besten für einen schmalen Rock geeignet. ( Winter)
    LG
    Andrea

    1. Hallo Andrea,
      das kommt ganz darauf an. Etwas leichter und damit auch besser fallend ist auf jeden Fall der leichte Walkloden oder auch Wollwalk genannt. Alleine durch das Material bedingt ist der schon schön warm für den Winter aber leicht genug, dass er sich wie ein Rock verhält vom Fall her.
      Der herkömmliche Walkloden ist deutlich dicker und schwerer. Dadurch zwar auch wärmer, aber vielleicht etwas zu schwer für einen Rock. Besser geeignet ist er für Jacken.

      Viele Grüße
      Oliver

  3. Hallo kann man Walk auch mit der overlock nähen?

    1. Hallo Anna,

      theoretisch kann man das, aber wirklich ratsam ist es nicht.
      Die Nähte werden mit einer Overlock zu dick und das Ganze ist dann auch nicht mehr gut zu bügeln. (Vor allem bei dem dicken Walkloden aus 100% Schurwolle.)
      Wir empfehlen für die Nähte eine normale Nähmaschine und einen Zickzack- oder Steppstich.
      Auch versäubert werden müssen die Schnittkanten eigentlich nicht. Willst Du das zum Beispiel aus optischen Gründen trotzdem tun, empfehlen wir einen Overlockstich oder einen schönen Zierstich.

      Liebe Grüße
      Oliver

      1. Danke für die Antwort . 🙂

  4. Hallo,
    Ich bin Nähanfängerin und habe bisher eigentlich nur Kleidung für meine Kinder genäht.
    Nun ist es Winter und ich friere so furchtbar an den Beinen wenn ich und die Kinder, den täglichen Auslauf genießen.
    Meine Kinder sind alle wunderbar warm in Wollwalk Overalls verpackt und ich laufe neidisch in meiner normalen Hosen daneben. Nun hätte ich gerne eine Wollhose zum Überziehen und kann einfach nichts finden was in angemessener Zeit lieferbar wäre oder preislich und optisch vorstellbar ist.

    Sollte ich das Vorhaben wagen und selbst nähen? Da es doch sehr kalt wird wäre wahrscheinlich der dicke Walkloden aus 100% Schurwolle am sinnvollsten, oder?

    Wieviele Meter Stoff würden Sie mir empfehlen zu erwerben? Haben sie auch Schnittmuster für Hosen aus Walkloden oder könnte ich einfach ein Schnittmuster für eine normale Jogginghose nehmen?

    Vielen Dank für Ihre Mühe!

    1. Hallo Caroline,
      danke für Deine Fragen.
      1.) Sollst Du das Vorhaben wagen?
      Grundsätzlich ist Walkloden sehr gut zu nähen, auch für Anfänger. Er rollt sich an den Schnittkanten nicht, muss nicht versäubert werden, etc. Mit unseren Tipps gelingt es sicherlich ganz gut.
      2.) Für den Winter ist der dickere echte Walkloden aus 100% Schurwolle genau die richtige Wahl.
      3.) Wie viel Meter du brauchst, hängt sehr stark vom Schnittmuster ab, daher ist das schwer zu sagen. Da musst Du dann mal die Materialangaben beachten, die zum Schnitt deiner Wahl gemacht werden
      4.) Direkt Schnitte für sogenannte Lodenhosen haben wir nicht. Grundsätzlich ist mit Walkloden natürlich nicht so figurbetont zu nähen wie mit dünnen, elastischen Stoffen. Da die meisten Damenschnitte doch sehr Figurbetont und eng ausfallen, könne die Übertragung auf Walk schwierig werden. Wenn du nach Lodenhosen suchst, kommen hauptsächlich Herrenschnitte. Ein eleganter Damenschnitt, der mit diesem Material funktioniert, ist uns leider nicht bekannt.

      LG
      Oliver

      1. Hallo,

        Macht es Sinn einen Mantel aus dem 100% Schurwollwalk mit den dünneren Wollwalk zu füttern? Bzw. Ist es möglich z.b. An den Armabschlüssen als farblicher Akzent und als angenehmeres tragegefühl wenn man darunter mal keine langen Ärmel hat.
        Und noch eine Frage welche „Stoffdicke“ hat der Schurwollwalk, also ich meine damit die Höhe…nur damit ich ein Gefühl dafür bekomme, im Video erscheint mir das Material weich und wenig dick sehe ich das richtig?

        Danke
        LG
        Sabi

        1. Hallo Sabine,

          grundsätzlich kann man Walkloden natürlich füttern. Idealerweise mit Material, dessen Eigenschaften denen des Walk sehr ähnlich sind. Unser leichter Walkloden besteht zu 40% aus Schurwolle und zu 60% aus Viskose, einer Kunstfaser aus reiner Cellulose. Beide Materialien verhalten sich recht ähnlich und lassen sich auch gut zusammen Pflegen. Es ist also sehr wohl möglich, beides zu kombinieren. Was die Dicke angeht: der Walkloden aus 100% Schurwolle ist deutlich dicker. Schwer zu messen aber sicherlich so 2-3cm, währender leichte Walk dünner ausfällt. Deutlich wird das auch beim Gewicht pro Quadratmeter. Das kannst Du den einzelnen Stoffbeschreibungen entnehmen.

          Viele Grüße
          Oliver

  5. Hallo muss ich bei einem Wollwalk die Knopflocher versaubern?

    1. Hi Ines,
      da ein Knopfloch doch immer wieder beansprucht wird durch das Auf- und Zuknöpfen, empfiehlt es sich auch bei Wollwalk, diese zu versäubern.

      LG
      Oliver

  6. Hallo,
    danke für die Tipps. Ich selbst bin auch ein totaler Walk-Fan und arbeite schon lange damit. Euren Walk habe ich aber bisher noch nicht ausprobiert. Das muss ich aber nachholen. 🙂
    Achja, ich habe daraus tolle Overalls genäht. Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen interessant. 🙂

    Grüße
    Flo

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