Walkloden einfach nähen | 7 Tipps & Tricks für Selbernäher

Walkloden richtig nähen - Tipps & Tricks

In diesem Artikel erwarten Dich 7 Tipps, die Dir dabei helfen werden, mit dem Naturprodukt Walkloden etwas Tolles zu nähen.

Wo auch immer man nachschlägt zum Thema Loden, stößt man auf lange Abhandlung über dessen traditionelle Verwendung, seine althergebrachte Herstellungsart und Geschichte. Es ist schön zu wissen, dass es diese Stoffe schon so lange gibt. Das beweist, dass es sich um ein Erfolgsmodell handelt. Doch in diesem Artikel soll uns das Historische egal sein. Viel mehr interessiert hier die Gegenwart. Denn Walkloden sind gerade im Winter total in und Ausgangsmaterial für trendige Outdoor-Mode.

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Walkloden: der leicht zu verarbeitende Alleskönner

Wie lässt sich Walkloden eigentlich verarbeiten? Ganz einfach gesagt: sehr gut. Das Material ist sehr robust, lässt sich gut zuschneiden und ist auch kleineren Nähfehlern gegenüber sehr tolerant. Das feste Gewebe bleibt sehr gut in Form und selbst Anfänger gelingen in der Regel schöne und feste Nähte. Knöpfe, Knopflöcher und Verzierungen lassen sich wunderbar positionieren. Dazu kommt, dass Walkstoffe nicht ausfransen! Schnittkanten müssen also nicht versäubert werden, was du prima als stilistisches Mittel einsetzen kannst – z.B. für einen offenkantigen Mantel. Wir haben ein kleines Video gemacht, um das einmal zu demonstrieren.

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Diese 7 Tipps helfen Dir dabei, dein Nähprojekt zum Erfolg zu bringen

Tipp 1: Walkloden abbügeln oder vorwaschen

Walkstoffe bringen hervorragende selbst reinigende Eigenschaften mit. In der Regel wäscht man sie möglichst nicht oder nur selten. Wenn Du dir die Möglichkeit offen halten willst, dein fertiges Teil zu waschen, solltest du das allerdings auch vor der Verarbeitung tun, sonst läuft es später bis zu 10% ein. Im Wollwaschgang deiner Maschine (nicht schleudern oder lediglich bei 600 Umdrehungen) oder ganz sanft von Hand – so wie du es im Anschluss handhaben möchtest. Eine Alternative ist Bügeln mit viel Dampf und einem feuchten Tuch zwischen Stoff und Bügeleisen.

Tipp 2: Schneiderkreide möglichst spitz zuschneiden

Um einen Schnitt einzuzeichnen, benötigst du ein möglichst kantiges Stück Schneiderkreide, da die Markierungen sonst nicht halten. Da der Stoff nicht gewaschen werden sollte, bekommst du eventuelle Rückstände von Trickmarker oder Seife nicht mehr raus.

Tipp 3: Wolle nicht mit einer spitzen Nadel nähen

Walk ist ein Wollstoff und daher solltest Du ihn nicht unbedingt mit einer spitzen Nadel bearbeiten. Diese würde sich an dem Material sowieso schnell abnutzen und es unter Umständen sogar beschädigen. Spitze Universalnadeln werden beim Nähen schnell stumpf und spießen sich gelegentlich auch am Stoff auf. Eine mittelstarke Jersey-Nadel verschleißt nicht so schnell und gleitet Problemlos durch den Stoff. Dennoch lohnt es sich, mehrere davon parat zu haben – nur für alle Fälle.

Tipp 4: Höhe des Nähfußes ausgleichen

Walkloden ist sehr dick. Beim Nähen mehrerer Lagen mit der Maschine ist daher ein Höhenausgleich hilfreich, damit dein Nähfuß nicht nach hinten kippt. Dafür kannst du einfach ein kleines Stück des zu vernähenden Stoffes hinten unter den Fuß legen. Wenn nötig, auch doppelt oder dreifach.

Tipp 5: Kanten versäubern bei zu dickem Stoff

Bei 3 oder mehr Lagen Walk kann es schon mal eng werden unter dem Nähmaschinenfuß und der Stofftransport wird behindert. Ein kleines bisschen mehr Spielraum kannst du durch das Versäubern der Kanten mit der Overlock oder einem engen Zickzack-Stich schaffen. So komprimierst du den dicken Stoff und jede Lage wird eine Idee schlanker.

Tipp 6: Klammern verwenden

Durch die Festigkeit des Materials kann es sein, dass Stecknadeln nicht gut zu setzen sind. Abhilfe schaffen hier Nähklammern. Gegebenenfalls kannst Du auch mit Wondertape oder Textilkleber arbeiten.

Tipp 7: Lüften und Ausbürsten statt waschen

Walkstoffe sind empfindlich gegenüber Reibung, wodurch sie verfilzen/ sich verdichten und damit flauschiger und kleiner werden, als du es vielleicht brauchen kannst. Daher solltest Du dein fertiges Stück vorzugsweise erst ein malgründlich lüften statt es zu waschen.

  • Hänge deine Wäsche einfach nach dem Duschen im Bad auf oder nachts an einer geschützten Stelle raus an die frische Luft. Die Luftfeuchtigkeit transportiert alle Geruchspartikel aus dem Gewebe, auch schlechte Gerüche wie Schweiß und sogar Urin(!).
  • Groben Schmutz kannst du ausbürsten, sobald er vollständig durchgetrocknet ist. So lange Schlamm und Co noch nass sind, arbeitest du alles nur noch tiefer ins Gewebe ein.
  • Wenn das alles nicht geholfen hat, lassen sich Walkstoffe durchaus waschen. Der Trick liegt darin, den Stoff möglichst wenig zu bewegen. Reiben und Wringen ist tabu! Auch hohe Temperaturen verträgt Walk gut. Plötzliche Temperaturschwankungen hingegen setzen dem Wollstoff zu. Lass den Stoff in Ruhe auskühlen, drücke in sanft zwischen zwei Handtüchern aus und hänge ihn nie direkt auf die Heizung. Trocken wird es schonend auf auf einem Handtuch liegend.

Walkstoffe füttern

Walkstoffe müssen nicht zwingend gefüttert werden. Wenn du empfindliche Haut hast oder deinen Oberstoff im direkten Hautkontakt als zu kratzig empfindest, ist ein Innenfutter eine gute Lösung. Des Weiteren verzögert das Futter das Ausbeulen des Stoffes um einige Zeit, sofern du eine unelastische Webware verwendest. Um die positiven Nutzen von Walk bestmöglich zu gewährleisten, empfiehlt sich als Futterstoff eine Qualität mit ähnlichen klimaregulierenden Eigenschaften. Das heißt, Feuchtigkeit muss gut nach draußen abtransportiert werden können, ohne dass sich der Stoff selbst feucht anfühlt. Natürliche Fasern wie Baumwolle, Wolle und Seide eignen sich genauso wie die Kunstfasern Viskose, Lyocell und Modal. Letztere punkten durch ihre glatte Oberfläche, die das An- und Ausziehen erleichtert, während die Naturmaterialien Wärme noch besser speichern.

Bitte beachte: reine Wollstoffe haben andere Pflegeeigenschaften als Baumwolle und Kunstfasern. Sie verschmutzen deutlich schneller und lassen sich nicht so effektiv auslüften und -bürsten, wodurch sie deutlich schneller und häufiger gewaschen werden müssen. Zudem kann es sein, dass es mit dem Wollwaschprogramm nicht getan ist und Geruchs- und Fleckenrückstände bleiben. Wir empfehlen daher das Füttern mit reinen Wollstoffen oder wahlweise mit Gemischen wie Seide, Lyocell, Hanf oder Leinen. Das ist zwar kostspieliger als jede andere Materialkombination, lässt sich aber besser pflegen. Und was lange schön bleibt, kannst du später auch ggf. wieder gut Second Hand anbieten. Gerade Kinder-Walkanzüge, -jacken und -hosen sind auch gebraucht noch sehr begehrt und erzielen gute Verkaufspreise.

Leichter Walkloden – die moderne Variante

Immer mehr setzen sich auch eine leichtere Walkstoffe durch, die nur anteilig aus Schurwolle bestehen. Diese wird häufig Kochwolle oder leichter Walkloden genannt und auf die gleiche Art hergestellt, wie echter Wollwalk. Unsere leichten Walkloden bestehen zu 40% aus Wolle und zu 60% aus Viskose. Kochwolle verbindet hier das Hautgefühl und die Haptik mit dem leichten Fall der Viskose. So lässt sich schöne Übergangskleidung nähen, die durch eine natürlich Optik besticht, aber wunderbar leicht im Alltag zu tragen ist. In dem folgenden Video zeigen wir dir einmal, wie sich leichter Walkloden schneiden lässt, um dir ein Gefühl für das Material zu geben.

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Walkloden – der Winterchampion zwischen Tradition und modernen Trends

Der aus Wolle gefertigte Stoff ist dank seiner Dichte wind- und wetterfest. Er liegt gut auf der Haut, ist weich und atmungsaktiv. Kein Wunder also, dass schon unsere Vorfahren ihre Outdoor-Ausrüstung aus diesem Material gefertigt haben. Walkstoffe halten auf natürliche Weise warm, regulieren die Temperatur, halten Schnee und Regen ab und fühlen sich dabei gut an. Modische Farben bringen die Tradition ins 21. Jahrhundert. Der Winter muss also nicht trist bleiben. Das macht den Stoff zu einem trendigen Tausendsassa, aus dem sich Lieblingsstücke für die dunklen Jahreszeiten für jedermann schneidern lassen. Ob Mantel oder Kapuzenjacken: was wird Dein nächstes Nähprojekt aus Walkloden?

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23 Gedanken zu „Walkloden einfach nähen | 7 Tipps & Tricks für Selbernäher

  1. Hallo
    Es gibt walkloden in verschiedener dichte oder gewicht wenn ich dss richtig verstehe. Ich möchte mir eine jacke machen die wetterfest und warm ist. Wisst ihr welchen loden ich benutzen sollte?
    Ausserdem gibt es mittlerweile auch outdoorjacken die mit wolle gefüttert sind. So einen futterstoff hätte ich gerne, habe ihn allerdingy noch nicht entdeckt.

    Danke für eure Hilfe
    Mfg maren

    1. Hallo Maren,
      wir führen Wollwalk in zwei Ausführungen: “echter” Walkloden aus 100% Wolle und leichter Walkloden oder Wollwalk mit Viskoseanteil.
      Für Winterjacken eignet sich richtiger Walkloden. Der ist dicker und hält schön warm und ist außerdem auch wasserfest.
      Leichter Walkloden ist dünner, aber hat ansonsten nahezu die gleichen Eigenschaften. Er eignet sich daher eher für Übergangskleidung oder Jacken für den Herbst.
      Einen speziellen Futtertsoff aus Wolle führen wir leider nicht.

      LG
      Oliver

  2. Hallo
    Welcher Walkloden ist am besten für einen schmalen Rock geeignet. ( Winter)
    LG
    Andrea

    1. Hallo Andrea,
      das kommt ganz darauf an. Etwas leichter und damit auch besser fallend ist auf jeden Fall der leichte Walkloden oder auch Wollwalk genannt. Alleine durch das Material bedingt ist der schon schön warm für den Winter aber leicht genug, dass er sich wie ein Rock verhält vom Fall her.
      Der herkömmliche Walkloden ist deutlich dicker und schwerer. Dadurch zwar auch wärmer, aber vielleicht etwas zu schwer für einen Rock. Besser geeignet ist er für Jacken.

      Viele Grüße
      Oliver

  3. Hallo kann man Walk auch mit der overlock nähen?

    1. Hallo Anna,

      theoretisch kann man das, aber wirklich ratsam ist es nicht.
      Die Nähte werden mit einer Overlock zu dick und das Ganze ist dann auch nicht mehr gut zu bügeln. (Vor allem bei dem dicken Walkloden aus 100% Schurwolle.)
      Wir empfehlen für die Nähte eine normale Nähmaschine und einen Zickzack- oder Steppstich.
      Auch versäubert werden müssen die Schnittkanten eigentlich nicht. Willst Du das zum Beispiel aus optischen Gründen trotzdem tun, empfehlen wir einen Overlockstich oder einen schönen Zierstich.

      Liebe Grüße
      Oliver

      1. Danke für die Antwort . 🙂

  4. Hallo,
    Ich bin Nähanfängerin und habe bisher eigentlich nur Kleidung für meine Kinder genäht.
    Nun ist es Winter und ich friere so furchtbar an den Beinen wenn ich und die Kinder, den täglichen Auslauf genießen.
    Meine Kinder sind alle wunderbar warm in Wollwalk Overalls verpackt und ich laufe neidisch in meiner normalen Hosen daneben. Nun hätte ich gerne eine Wollhose zum Überziehen und kann einfach nichts finden was in angemessener Zeit lieferbar wäre oder preislich und optisch vorstellbar ist.

    Sollte ich das Vorhaben wagen und selbst nähen? Da es doch sehr kalt wird wäre wahrscheinlich der dicke Walkloden aus 100% Schurwolle am sinnvollsten, oder?

    Wieviele Meter Stoff würden Sie mir empfehlen zu erwerben? Haben sie auch Schnittmuster für Hosen aus Walkloden oder könnte ich einfach ein Schnittmuster für eine normale Jogginghose nehmen?

    Vielen Dank für Ihre Mühe!

    1. Hallo Caroline,
      danke für Deine Fragen.
      1.) Sollst Du das Vorhaben wagen?
      Grundsätzlich ist Walkloden sehr gut zu nähen, auch für Anfänger. Er rollt sich an den Schnittkanten nicht, muss nicht versäubert werden, etc. Mit unseren Tipps gelingt es sicherlich ganz gut.
      2.) Für den Winter ist der dickere echte Walkloden aus 100% Schurwolle genau die richtige Wahl.
      3.) Wie viel Meter du brauchst, hängt sehr stark vom Schnittmuster ab, daher ist das schwer zu sagen. Da musst Du dann mal die Materialangaben beachten, die zum Schnitt deiner Wahl gemacht werden
      4.) Direkt Schnitte für sogenannte Lodenhosen haben wir nicht. Grundsätzlich ist mit Walkloden natürlich nicht so figurbetont zu nähen wie mit dünnen, elastischen Stoffen. Da die meisten Damenschnitte doch sehr Figurbetont und eng ausfallen, könne die Übertragung auf Walk schwierig werden. Wenn du nach Lodenhosen suchst, kommen hauptsächlich Herrenschnitte. Ein eleganter Damenschnitt, der mit diesem Material funktioniert, ist uns leider nicht bekannt.

      LG
      Oliver

      1. Hallo,

        Macht es Sinn einen Mantel aus dem 100% Schurwollwalk mit den dünneren Wollwalk zu füttern? Bzw. Ist es möglich z.b. An den Armabschlüssen als farblicher Akzent und als angenehmeres tragegefühl wenn man darunter mal keine langen Ärmel hat.
        Und noch eine Frage welche „Stoffdicke“ hat der Schurwollwalk, also ich meine damit die Höhe…nur damit ich ein Gefühl dafür bekomme, im Video erscheint mir das Material weich und wenig dick sehe ich das richtig?

        Danke
        LG
        Sabi

        1. Hallo Sabine,

          grundsätzlich kann man Walkloden natürlich füttern. Idealerweise mit Material, dessen Eigenschaften denen des Walk sehr ähnlich sind. Unser leichter Walkloden besteht zu 40% aus Schurwolle und zu 60% aus Viskose, einer Kunstfaser aus reiner Cellulose. Beide Materialien verhalten sich recht ähnlich und lassen sich auch gut zusammen Pflegen. Es ist also sehr wohl möglich, beides zu kombinieren. Was die Dicke angeht: der Walkloden aus 100% Schurwolle ist deutlich dicker. Schwer zu messen aber sicherlich so 2-3cm, währender leichte Walk dünner ausfällt. Deutlich wird das auch beim Gewicht pro Quadratmeter. Das kannst Du den einzelnen Stoffbeschreibungen entnehmen.

          Viele Grüße
          Oliver

    2. Hallo Caroline,
      ich habe dieselbe Idee. Hast Du das Projekt verwirklicht? Und wie? Freue mich sehr über Deine Erfahrungen! LG, Ursula

    3. Liebe Caroline,
      Seit kurzem gibt es ein Schnittmuster für eine Damen-Outdoorhose, welche auf Walk ausgelegt ist: die Draußenbüx von Lumali Kreativ.
      Viele Grüße

  5. Hallo muss ich bei einem Wollwalk die Knopflocher versaubern?

    1. Hi Ines,
      da ein Knopfloch doch immer wieder beansprucht wird durch das Auf- und Zuknöpfen, empfiehlt es sich auch bei Wollwalk, diese zu versäubern.

      LG
      Oliver

  6. Hallo,
    danke für die Tipps. Ich selbst bin auch ein totaler Walk-Fan und arbeite schon lange damit. Euren Walk habe ich aber bisher noch nicht ausprobiert. Das muss ich aber nachholen. 🙂
    Achja, ich habe daraus tolle Overalls genäht. Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen interessant. 🙂

    Grüße
    Flo

  7. Hallo,
    ich möchte mir gerne eine ärmellose Weste aus Doubleface-Walk nähen. Mir ist nur nicht ganz klar, wie ich das mit den Ärmellöchern mache. Muss da ein Beleg auf Armloch und Ausschnitt drauf? Ich würde die Weste gerne wenden können.
    Und wie mache ich das mit dem Reißverschluß, auf einer Seite sieht man doch dann das Reißverschlußband?

    Ich hoffe, Ihr könnt mit helfen

    Liebe Grüße
    LYdia

    1. Liebe Lydia,
      da fallen mir mehrere Möglichkeiten ein.

      Armlöcher:
      a) akkurat zugeschnitten kannst du Walk problemlos offenkantig belassen, da er nicht ausfranst. Das wäre die einfachste Lösung – ist natürlich Geschmackssache und sollte der Einheitlichkeitlich halber auch an der restlichen Weste so gearbeitet sein (Kragen, Kapuze, Saum).
      b) die Kanten um ein oder zwei cm umklappen und mit Garn in der Farbe des Stoffes (Abseite) unauffällig feststeppen. Das wirkt wie eine Einfassung.
      c) Kanten mit rund 2cm breitem Web-, Rips- oder Satinband einfassen. 3 Stofflagen wären in einem Arbeitsgang fixiert.
      d) (Woll)Bündchen annähen oder doppelt gefaltet einfassen: zunächst das Bündchen/ den Stoff zu einem Ring schließen (ggf. Dehnfaktor beachten!). An einer Seite rechts auf rechts am Armloch annähen. Auf der anderen Seite wird dann die Nahtzugabe eingeklappt und ebenfalls rechts auf rechts innenliegend angenäht. Das erfordert Fingerspitzengefühl, denn diese Naht siehst du auch von der anderen Seite und am schönsten ist sie, wenn sie beidseitig knappkantig und gleichmäßig verläuft. Zudem muss das Bündchen noch gleichmäßig gedehnt sein. Nachteil: dicke Nähte durch 5 Stofflagen.

      Von Belegen würde ich abraten, da sich zu viele Stofflagen sammeln und es unnötig dick wird. Es sei denn du frierst insbesondere rund um die Achseln … Außerdem liegen die Belege auf einer Seite auch wieder offen und müssen fixiert werden.

      Reißverschluss:
      a) Mit Webband o.ä. versäubern und feststeppen
      b) Vorderteil aus zwei Stofflagen nähen, sodass der RV dazwischen liegt.

      Fazit: eine der beiden Seiten wird etwas wilder/bunter/unsauberer aussehen als die andere. Wenn beide Seite absolut elegant sein sollen, rate ich zum doppellagigen Nähen – wobei das den Reiz von Doublefacestoffen zu Nichte machen würde.

      Gutes Gelingen – für welche Lösung du dich auch entscheiden mögest – und viel Freude dabei.

      1. Hallo Christine,

        vielen Dank für Deine Anregungen. Ich sehe schon, es ist garnicht so leicht.
        Aber eine Frage habe ich noch: leiern die Armlöcher, bzw der Ausschnitt nicht irgendwann aus, wenn ich sie unversäubert lasse? Ich will verhindern, dass ich dort später so ein welliges etwas hängen habe. Oder gibts hier einen Trick?
        Die offenkantige Lösung gefällt mir sehr gut und ich kann es mir auch mit den (je nachdem) außen liegenden Nähten gut vorstellen.

        Viele Grüße
        Lydia

      2. Hallo Christine,

        vielen Dank für Deine schnelle ausführliche Antwort.
        Das hört sich alles sehr gut an. Ich würde mich für die offenen Kanten entscheiden. Aber leiern die Armlöcher, bzw der Ausschnitt nicht mit der Zeit aus?

        Liebe Grüße
        Lydia

        1. Liebe Lydia,
          tatsächlich leiert/beult Walkloden mit der Zeit immer mehr aus – je nach Belastung. Um das zu vermeiden kannst du die Kanten mit einer Stütznaht stabilisieren – also einfach einmal entlang der Kante absteppen mit einer Stichlänge von 2,5-3,5mm. Da Armlöcher und Ausschnitt an einer Weste allerdings keiner allzu großen Belastung ausgesetzt werden, halte ich das nicht zwingend für nötig.
          Schöne Grüße,
          Christine

          1. Hallo Christine,

            vielen Dank für Deine Antworten. Jetzt weiß ich, wie meine neue Weste werden soll!
            Liebe Grüße
            Lydia

          2. Vielen Dank für Deine Tips! Ich mach mich mal daran;)

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